Entscheidungshilfe: Das ist beim Umstieg auf Windows 11 zu beachten

19. November 2021

Mit Windows 11 stellt Microsoft ein Betriebssystem mit Funktionalitäten zur Verfügung, die sowohl Einzelnutzern, als auch Unternehmen eine Reihe potenzieller Vorteile bieten. Während private Anwender sich jedoch in der Regel um nur einen PC kümmern müssen, muss ein Upgrade im Unternehmen weitaus besser durchdacht und geplant werden. Ob sich der Wechsel lohnt, welche Hardware kompatibel ist, aufgerüstet oder ausgetauscht werden muss und was Entscheider darüber hinaus bedenken sollten, lässt sich mit Hilfe einer Checkliste bestimmen.

Die nächste Runde im Update-Zyklus seiner Betriebssysteme hat Microsoft mit Windows 11 eingeläutet. Vereinfachte und optimierte Benutzeroberflächen, integrierte Collaboration-Tools, mehr Sicherheit – all diese Argumente sprechen für den Unternehmenseinsatz von Windows 11. Besteht ein generelles Interesse an einem Wechsel, gilt es zu prüfen, welche Rechner im Unternehmen für ein Upgrade in Frage kommen und einen Blick auf die Systemanforderungen zu werfen. Hierbei sind die folgenden Aspekte zu prüfen:

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  • CPU: Laut der Windows 11-Einführungserklärung ist eine CPU mit mindestens 1 GHZ sowie zwei oder mehr Kernen auf einem passenden 64-Bit-Prozessor oder System on a Chip (SoC) erforderlich. Das bedeutet, dass unter anderem Intel Core CPUs (der achten Generation und höher) und AMD Zen+ CPUs (und höher) kompatibel sind. Darüber hinaus kommen zwar auch frühere Versionen in Frage – es gilt jedoch zu bedenken, dass andere Komponenten der Unternehmensrechner ebenfalls limitierende Faktoren darstellen können.
  • DRAM: Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Arbeitsspeicher und dessen Kompatibilität mit der CPU. Windows 11 fordert 4 GByte RAM/DRAM, was für die meisten Rechner zunächst kein Problem darstellen sollte. Jedoch empfiehlt sich mit Blick auf diverse, für Unternehmen relevante Anwendungen – dazu gehören unter anderem speicherhungrige Videokonferenz-Tools – beim Arbeitsspeicher mit der Zeit zu gehen: 16 GByte DRAM sind oftmals bereits Standard und die Entwicklung geht bei anspruchsvollen Systemen hin zu 32 GByte. In diesem Zusammenhang außerdem zu bedenken sind die branchenumfassenden Veränderungen in der Arbeitsspeichertechnologie selbst: durch die Umstellung von 8 auf 16 GBit DRAM sind Upgrade-Module, die in Zukunft gekauft werden, möglicherweise nicht mehr mit den älteren CPUs (bspw. Intel Core 8 oder älter) kompatibel.
  • TPM 2.0: Das Trusted Platform Module (TPM) ist ein auf dem Mainboard verbauter Kryptoprozessor, der PCs um grundlegende Sicherheitsfunktionen erweitert und so das Risiko eines Angriffes verringert. Um Windows 11 verwenden zu können, ist der Standard TPM 2.0 erforderlich. In der Regel ist das Modul in allen AMD-Prozessoren ab 2014 und Intel CPUs ab 2015 verbaut und kann bei Bedarf – je nach Mainboard – nachgerüstet werden. Im Startmenü lässt sich über die Punkte „Windows Sicherheit“, „Gerätesicherheit“, „Sicherheitschip“ und „Details zum Sicherheitschip“ herausfinden, ob der Rechner über den Standard verfügt.
  • SSD: Im Gaming-Bereich bietet Windows 11 mit Directstorage ein Tool, das im Zusammenspiel mit NVMe-SSDs blitzschnelle Rendering-Geschwindigkeiten und damit ein schnelleres und flüssigeres Gameplay ermöglicht. Inwieweit Directstorage in Zukunft auch vorteilhafte Auswirkungen auf Businessanwendungen haben wird, bleibt noch abzuwarten. Allgemein und für Unternehmen zunächst relevant ist die Anforderung von 64GB an die Festplatte, die jedoch mit den heute verfügbaren Kapazitäten kein Problem mehr darstellen dürfte. Allerdings sollte – wenn ein Upgrade nötig ist – direkt eine Umstellung auf zeitgemäße, leistungsstärkere SSDs in Betracht gezogen werden.

Neben der Frage, inwieweit Windows 11 einen tatsächlichen Mehrwert für den Arbeitsalltag der Mitarbeiter bietet, müssen Entscheider also auch bewerten, ob ein Upgrade der Firmen-Hardware notwendig, möglich und wirtschaftlich ist, um den Anforderungen des neuen Betriebssystems gerecht zu werden. Dabei gilt es zu bedenken, dass in Anbetracht der fortlaufenden Weiterentwicklung der verschiedenen Technologien und Standards früher oder später das Upgrade-Potential der Hardware an seine Grenzen gerät.

Je nachdem, in welchem Lebenszyklus sich die Unternehmenshardware befindet, ergibt eine Kompletterneuerung gegebenenfalls mehr Sinn. Auf der anderen Seite haben viele Unternehmen im Zuge der Pandemie-bedingten Heimarbeit ihre technische Infrastruktur erst kürzlich aktualisiert und sollten damit Hardware-seitig für den Wechsel gerüstet sein.

„Eine Umstellung auf eine neue Software, vor allem die Implementierung eines neuen Betriebssystems, ist immer mit Fragezeichen und Unbekannten verbunden und muss gerade im Unternehmensumfeld gut überlegt und geplant werden“, sagt Christian Marhöfer, Regional Director DACH, Benelux und Nordics. „Zusätzlich zu den nötigen und möglichen Hardware-Upgrades müssen auch Dinge wie Schulungen für Mitarbeiter, Testläufe und ähnliches bedacht und zeitlich koordiniert werden, um den Betriebsablauf möglichst wenig zu beeinflussen.“ (rhh)

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