Trends im Container-Management in 2026
7. Januar 2026
Für eine zeitgemäße Softwarebereitstellung und Betriebsprozesse ist die Container-Technologie unverzichtbar. Damit rückt auch das Container-Management in den Fokus. Kubernetes spielt hier eine zentrale Rolle als Orchestrierungssystem, um die Verwaltung großer Container-Cluster zu vereinfachen.
Möchten Unternehmen und Dienstleistern den Kubernetes-Betrieb in Hybrid- und Edge-Umgebungen automatisieren, sollten sie die Weiterentwicklungen im Bereich des Container-Managements im Blick haben:
- Kubernetes für Hybrid-Cloud und On-Prem: „Cloud Repatration“, der Ansatz der Rückführung von Workloads aus der Cloud in On-Prem-Umgebungen, entwickelt sich zu „Smart Hybrid“. Unternehmen hören auf, Workloads einfach blind zu verschieben, und beginnen, sie auf der Grundlage präziser Kosten-Leistungs-Kennzahlen zu platzieren. Der Trend geht in 2026 zu einer einzigen, einheitlichen Steuerungsebene, die Bare Metal am eigenen Standort genauso behandelt wie eine AWS-Region.
- VMware-Alternativen etablieren sich und läuten die Post-Hypervisor-Ära ein: Die Migration herkömmlicher Virtualisierungsumgebungen zu modernen Alternativlösungen ist nicht mehr wie anfangs ein Experiment, sondern jetzt ein Standardprozedere, das sich noch weiter etablieren wird. KubeVirt ist hierbei zum Standard für die Ausführung von Legacy-Workloads geworden, und VM-Management ist nicht mehr länger eine von Container-Management getrennte Disziplin. Die Zukunft gehört der konvergenten Infrastruktur. Nach der Massenflucht weg von Broadcom/VMware suchen immer mehr Unternehmen nach einer zuverlässigen „Landing Zone”. Kubermatic und andere Anbieter ermöglichen es IT-Teams, Legacy-VMs sofort in eine Plattform zu migrieren und sie zusammen mit Containern mit modernen GitOps-Workflows zu verwalten, wodurch teure proprietäre Hypervisoren überflüssig werden.
- Softwaredefinierte Verteidigung: Moderne Kriegsführung und Verteidigungslogistik basieren auf „Tactical Edge“-Computing. Der Trend geht dahin, die Sicherheit von Rechenzentren mit robuster Air-Gap-geschützter Hardware zu verbessern. Die Sicherheit verlagert sich in 2026 und darüber hinaus von der Perimeter-Verteidigung hin zu einer in die Plattform integrierten Zero-Trust-Architektur.
- Kubernetes für KI: Kubernetes wird zum „Betriebssystem für KI”. Der Fokus verlagert sich von der reinen Ausführung von Modellen auf die Optimierung teurer Hardware. Zu den Trends gehören dynamisches GPU-Slicing, Multi-Instance GPU (MIG), automatisierte Modelltrainings-Pipelines und „Inference at the Edge”. Mit der Erfolgswelle der KI hat die Bereitstellung einer robusten Unterstützung für GPU-beschleunigte Workloads höchste Priorität. Teure GPUs sollen zu 100 Prozent ausgelastet sein und nicht ungenutzt herumstehen. Unternehmen möchten Modelle in der Cloud trainieren und Inferenz-Workloads in einem einzigen automatisierten Workflow sofort auf Edge-Geräte übertragen. Die Kubermatic-Plattform bietet mehrere Funktionen, um die Verwaltung und den Betrieb von KI-/ML-Anwendungen zu optimieren. So wurden die erforderlichen Feature-Gates für die dynamische Ressourcenzuweisung (DRA) für alle erforderlichen Komponenten aktiviert und ebnen den Weg für eine besser ausgefeilte Ressourcenverwaltung durch Drittanbieter.
- Akzeptanz für IDPs: Der Trend zur Einführung von IDPs (Internal Developer Platforms), also internen Entwicklerplattformen, wird 2026 voraussichtlich etwa 80 Prozent der Softwareunternehmen erreichen. „TicketOps“ gehört damit vollständig der Vergangenheit an. Entwickler werden nie wieder mit einem rohen Kubernetes-Cluster interagieren. Der Trend geht hin zu servicebasierter Abstraktion, bei der Entwickler über eine API die benötigten Funktionen – wie z. B. eine Datenbank oder eine sichere Umgebung – anfordern und die Plattform diese sofort bereitstellt. Somit verschwindet die Komplexität von Kubernetes und bleibt im Hintergrund der IDPs. Servicebasierte Abstraktion bedeutet, dass Entwickler im Jahr 2026 nur noch selten mit rohen Kubernetes-Manifesten (YAML) interagieren werden. Stattdessen werden sie hochrangige APIs verwenden, um Anforderungen wie etwa „Ich brauche einen sicheren Backend-Service” zu starten. Die Plattform wird dann automatisch die erforderlichen Pods, Netzwerke und Sicherheitsrichtlinien im Hintergrund zusammenstellen.
- Edge Computing: Edge Computing entwickelt sich weiter von „Geräte verbinden” zu „autonomem Betrieb”. Im Jahr 2026 benötigen der Einzelhandel und die Fertigungsindustrie zuverlässige Cluster, die wochenlange Unterbrechungen der Verbindung überstehen, sich selbst reparieren und über Zero-Touch-Provisioning (ZTP) aktualisieren können, ohne dass ein Techniker vor Ort sein muss.
- Datenhoheit. Sie wird zu einer echten Priorität, da Unternehmen ihre Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Giganten überdenken. Unternehmen möchten kontrollieren, wo ihre Daten gespeichert werden, wie sie verarbeitet werden und wer darauf zugreifen kann. Viele entscheiden sich bereits für Private-Cloud-Implementierungen, um sensible Workloads innerhalb definierter geografischer und regulatorischer Grenzen zu halten – ein Trend, der sich 2026 fortsetzen dürfte.
Sebastian Scheele ist CEO und Co-Gründer von Kubermatic.