Skalierung von KI als zentrale Grundlage des IT-Betriebs
11. Juni 2026
Für den globalen Forschungsbericht mit dem Titel „Skalierung von KI im IT-Betrieb: Der Weg zur Reife im Jahr 2026“ wurden 3.900 Mitarbeitende aus sechs Ländern befragt, darunter 1.500 IT-Fachkräfte. Die Ergebnisse zeigen: KI ist zwar zur zentralen betrieblichen Grundlage moderner IT-Organisationen geworden, jedoch halten Governance und Verantwortlichkeit mit dem Tempo der Automatisierung nicht Schritt, was wachsende Risiken mit sich bringt.
IT-Organisationen setzen auf einen schnellen KI-Ausbau, um dem steigenden Druck nach mehr Effizienz, Resilienz und Skalierbarkeit gerecht zu werden. Was als Experiment begann, hat sich zu einer breit angelegten Implementierung entwickelt — oft schneller, als Organisationen ihre Governance Modelle, Betriebsstrukturen und Verantwortlichkeitsrahmen anpassen können. Je tiefer KI in den operativen Kern der IT integriert wird, desto deutlicher wird der wachsende Abstand zwischen Einführung und Kontrolle zur zentralen Herausforderung.
Die Einführung von KI ist nicht länger die größte Hürde. Die wahre Herausforderung liegt darin, sie verantwortungsvoll zu skalieren. Wer Governance als Bremse betrachtet, wird zurückfallen. Wer sie hingegen direkt in die tägliche Arbeit von Plattformen und Teams einbettet, hat die Nase vorn. Erst wenn Automatisierung mit starker Governance, klarer Verantwortlichkeit und einer durchdachten Weiterentwicklung der Arbeitsorganisation zusammenkommt, entfaltet KI ihr volles Potenzial.
Die Studie von Ivanti zeigt, dass Organisationen, die KI bereits umfassend einsetzen, diejenigen, die neu im Umgang mit KI sind, auf ganzer Linie übertreffen. Nicht nur bei der operativen Effizienz, sondern auch hinsichtlich Vertrauens, Konsistenz und Resilienz. Je weiter der KI-Einsatz voranschreitet, desto deutlicher werden die Vorteile: stärkere Problemerkennung, höhere Produktivität und eine klarere Perspektive für die Zukunft der Belegschaft.
Als zentrale Ergebnisse der Studie gelten:
KI hat die Experimentierphase hinter sich gelassen: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Organisationen setzt KI inzwischen breit über mehrere IT-Workflows hinweg oder in geschäftskritischem Umfang ein, während lediglich 2 Prozent von keinerlei Nutzung berichten. Fast 72 Prozent der IT-Organisationen haben bereits spezielle KI-Rollen oder -Teams geschaffen, weitere 13 Prozent planen dies.
- Der Übergang zu autonomem Endpoint Management ist im Gange: Organisationen mit einem hohen KI-Reifegrad nutzen die Technologie nicht nur zur Erkennung von Problemen, sondern auch zu deren autonomer Behebung; etwa durch automatisches Neustarten von Services, Isolieren riskanter Geräte oder Einspielen von Patches ohne menschliches Eingreifen. 46 Prozent der IT-Fachkräfte setzen KI bereits zur Automatisierung von Patch Deployments ein, weitere 45 Prozent planen dies innerhalb der nächsten 24 Monate.
- Ein System of Record erschließt den KI-Wert und baut Silos ab: Mehr als die Hälfte der IT-Fachkräfte gibt an, dass KI den Wissensaustausch zwischen Teams verbessert und langjährige Kommunikationsbarrieren abbaut. 50 Prozent sind bereits einen Schritt weiter gegangen und haben gemeinsame Workflows über mehrere Teams hinweg etabliert. 53 Prozent berichten, dass sich Daten leichter teilen lassen, was den Zugriff auf entscheidungsrelevante Informationen verbessert.
- Governance hinkt der Einführung hinterher: Zwar geben 85 Prozent der IT-Fachkräfte an, über KI-Richtlinien oder Kontrollmechanismen zu verfügen, doch nur 42 Prozent sehen die Verantwortlichkeit für KI Entscheidungen klar geregelt, und lediglich 24 Prozent sagen, dass Richtlinien im Alltag konsequent eingehalten werden. 68 Prozent haben persönlich erlebt, dass KI sogenannte „Halluzinationen“ mit potenziellen Auswirkungen auf den Betrieb erzeugt hat, was die Risiken unzuverlässiger Ergebnisse ohne solide Governance, Validierung und vertrauenswürdige Daten unterstreicht. Fast ein Viertel nennt Datenprobleme als größte Hürde für die Einführung von KI. Hinzu kommt: Fast ein Drittel der am weitesten fortgeschrittenen IT-Organisationen arbeitet noch immer ohne vollständig integrierte Governance.
- Ein deutliches Reifegefälle zeichnet sich ab: IT-Fachkräfte in erfahrenen Organisationen sparen durchschnittlich sechs Stunden pro Woche und damit doppelt so viel wie die drei Stunden in weniger fortgeschrittenen Organisationen. Diese Organisationen sind fast doppelt so häufig in der Lage, Probleme zu beheben, bevor Mitarbeitende betroffen sind. 54 Prozent der IT-Fachkräfte in Organisationen, in denen KI geschäftskritisch ist, geben an, dass sie ihre Arbeit schneller und besser macht. Das ist mehr als doppelt so viel wie bei frühen Anwendern (24 Prozent). Fast 9 von 10 IT-Fachkräften in skalierten Organisationen berichten, dass KI häufig hilft, Probleme zu erkennen oder zu lösen, bevor Mitarbeitende beeinträchtigt werden — gegenüber 4 von 10 bei Organisationen in der Experimentierphase.
Die Studienergebnisse zeichnen ein klares Bild: Das Reifegefälle zwischen Organisationen, die KI erfolgreich skalieren, und jenen, die noch experimentieren, wird größer. Mit der zunehmenden Verankerung von KI in alltäglichen IT-Workflows wird Governance darüber entscheiden, ob autonome Prozesse einen Wettbewerbsvorteil oder ein Risiko darstellen.
Brooke Johnson ist Chief Legal Counsel und Senior Vice President für die Bereiche HR und Security bei Ivanti.