Künstliche Intelligenz und ihre Vorteile

6. Oktober 2020

KI spielt schon lange eine wichtige Rolle, und das sehen auch deutsche Unternehmen so. Eine im März dieses Jahres veröffentlichte Studie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zeigte erst kürzlich, dass in der deutschen Wirtschaft im Jahr 2019 insgesamt rund 4,8 Milliarden Euro in die Entwicklung, Einführung und Pflege von KI-Prozessen investiert wurden.

Auch 2020 bleibt künstliche Intelligenz in der IT-Branche ein Schlüsselfaktor. Technologiegiganten sind Vorreiter beim Anbieten von Cloud-Diensten wie Amazon Web Services und Microsoft Azure und befinden sich im Wettstreit, um für Entwickler die erste Wahl in Sachen Cloud Computing zu werden. Ein zentraler Faktor dabei: Die Anbieter investieren viel, um eine reibungslose KI-Einführung zu ermöglichen, indem sie diese (und die dazugehörigen Subsysteme) als integrierten Dienst auf ihren Plattformen anbieten.

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Konkurrenten wie Google bleiben ihnen allerdings auf den Fersen. Und auch der Abstand zum Rest der IT-Welt ist nicht wirklich groß. Laut einer im Solarwinds IT Trends Report 2019: Skills for Tech Pros of Tomorrow („Das Know-how der Technikexperten von morgen“) veröffentlichten Umfrage fühlen sich mehr als die Hälfte der IT-Experten in Deutschland mit ihren aktuellen Fähigkeiten zwar noch nicht ausreichend darauf vorbereitet, mit neuen Technologien wie KI umzugehen, bestreiten deren Wichtigkeit allerdings keineswegs.

KI-Integration wird nicht von heute auf morgen geschehen, vielleicht aber doch schneller, als wir glauben oder zugeben möchten. Die Vorteile von Analyse- und Prognosefunktionen, die durch maschinelles Lernen (ML) und KI ermöglicht werden, sind weitreichend. Viele manuelle, arbeitsintensive Aufgaben können automatisiert werden und erfordern nur noch wenig menschlichen Einsatz. Unternehmen treiben neue Arten der Nutzung von Geschäftsdaten voran und es ist die Aufgabe von IT-Experten, diese Daten verantwortungsvoll zu implementieren und zu verwalten. Was sind also die Hauptprioritäten für IT-Experten für den Rest des Jahres – und darüber hinaus?

Die Kunst des Programmierens beherrschen

Der Aufruf, Programmieren zu lernen, der durch die gesamte Technologie-Community ging und bis in Lehrpläne vordrang, wird nicht verhallen, sondern lauter werden. Dabei geht es sowohl darum, die Funktionsweise von Programmiersprachen zu verstehen und nachzuvollziehen, wie verschiedene Eingaben unterschiedliche Ergebnisse erzeugen, als auch darum, selbst programmieren zu lernen.

Ein mindestens theoretisches Programmierwissen wird entscheidend für das Verständnis der Rolle von KI sein, egal ob diese als Teil der internen Abläufe eingesetzt wird, um die Lieferung oder Qualität eines Produkts zu optimieren, oder ob sie selbst als Produkt angeboten wird. Praktische Schulungen oder ein genauer Blick auf API-Client-Programmierungsanforderungen befähigen einen dazu, Vorschläge zu machen, wo und wie die IT-Verantwortlichen durch KI einen Mehrwert bieten kann. Solche Schulungen bereiten Administratoren auch auf die Integration neuer maschinenbasierter Technologien vor, wie z. B. Bots und letztlich auch KI-Funktionen.

Mehrwert über den Hype hinaus

Der Hype um KI ist riesig. Allerdings werfen die Akteure mit kühnen Behauptungen über „intelligente Algorithmen“, „maschinelle Lernfähigkeiten“ und „prädiktive Technologien“ um sich, ohne diese Schlagworte wirklich zu verstehen. Viele vermeintlich KI- oder ML-gestützte Initiativen laufen auf wenig mehr hinaus als das automatisierte Verarbeiten extrem großer Datensätze.

Einige dieser Lösungen nutzen Hunderte von verschiedenen Datensträngen, die analysiert und für Schlussfolgerungen verwendet werden, die wiederum für grundlegende Geschäftsentscheidungen ausschlaggebend sind. Das ist eine beachtliche Leistung, aber schlicht keine KI. In einer Welt, in der alle Branchen darum ringen, die Macht der KI für ihre Zwecke zu erschließen, wird nur ein tiefgehendes und nuanciertes Technologieverständnis helfen, ein Höchstmaß an Wertschöpfung aus derartigen Lösungen herauszuholen.

Die finanziellen Vorteile der KI darstellen

Die vielleicht wichtigste Priorität für IT-Manager sollte sein, den Wert dieser neuen Technologien so erläutern zu können, dass Führungsebene und Ansprechpartner die möglichen Auswirkungen und Gewinnchancen erkennen.
Pros und Contras wie etwa potenzielle Arbeitsplatzverluste sollten im Zuge der Entscheidungsfindung genauestens analysiert werden. Es liegt in der Verantwortung von IT-Experten, die Führungskräfte bei ihren Entscheidungen rund um IT-Investitionen zu beraten.

Organisationen, die über Investitionen in KI und ML nachdenken, stehen vor zahlreichen Herausforderungen – vom Erkennen von Chancen bis zur Auswahl und Implementierung geeigneter Lösungen. Dabei fällt die Entscheidung schwer, auf welchen Aspekt des Projekts man sich zuerst konzentrieren sollte. Ein Punkt ist dabei entscheidend: IT-Experten sollten den Umgang mit neuen Technologien beherrschen, bevor diese die Technologielandschaft im Sturm erobern. Denn nur der frühe Vogel fängt den Wurm.

Leon Adato ist Head Geek bei SolarWinds.

SolarWinds

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