Das Ende der Automatisierungsangst

22. April 2021

Wenn wir einen Gedanken aus dem Jahr 2020 mitnehmen, dann ist es sicherlich die Tatsache, dass die Welt in ständigem Wandel ist. Für die meisten Branchen einschließlich der IT gibt es im Laufe der Jahre allerdings auch eine gewisse Konstante: eine unterschwellige Angst rund um das Thema Automatisierung.

Genau das Element, das die Grundlage für die industrielle Revolution und unsere Welt von heute darstellte, ist seitdem auch Grund zur Sorge und viele fragen sich, ob die Maschinen uns auf die eine oder andere Weise irgendwann unsere Arbeitsplätze wegnehmen werden. 2021 wird sich die IT-Branche dieser Sorge vermutlich annehmen:

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Softwarelösungen zur Automatisierung werden immer intelligenter eingesetzt und befreien Technikexperten von Arbeitslast, sodass sie die wichtigsten Aufgaben priorisieren können.

Warum im Jahr 2021? Die COVID-19-Pandemie hat nicht nur viele von uns dazu gebracht, unseren Lebensstil zu überdenken, sondern hat flächendeckend auch zu sehr knappen Budgets geführt. Die tatsächlichen Auswirkungen werden wir wahrscheinlich erst in den nächsten 12 Monaten und darüber hinaus überblicken, sobald die Unternehmen sich an die „nächste Normalität“ angepasst haben. Um dennoch erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen Wege finden, effizienter zu arbeiten und ihre Teams optimal zu nutzen. Hier kann die Automatisierung eine große Rolle spielen.

Angestellte nutzen die Gelegenheit, um ihre Work-Life-Balance stärker zu überdenken als je zuvor: Viele bevorzugen die Arbeit im Homeoffice gegenüber der Arbeit im Büro, was Unternehmen und Technikteams vor eine ganze Reihe neuer IT-bezogener und betrieblicher Herausforderungen stellt.

Optimierung dank Automatisierung

Bei der Automatisierung in der IT-Branche im Jahr 2021 geht es nicht darum, Menschen zu ersetzen, und genau dieser Punkt ist der Schlüssel für ein Ende der Automatisierungsangst. Stattdessen wird die Automatisierung genutzt, um Umgebungen zu optimieren und die Zeit zu reduzieren, die auf monotone Aufgaben verwendet wird, die niemand gerne erledigt.

ChrystalTaylor SolarWinds
Chrystal Taylor ist Head Geek bei SolarWinds. Quelle: SolarWinds

Dabei geht es auch nicht einfach nur darum, Zeit zu sparen. Vielmehr kann Automatisierung Unternehmen und deren IT-Experten auf zahlreiche Weisen unterstützen, ob beim Ordnen des Chaos in Vorfallwarteschlangen, beim Priorisieren von Tickets und Eskalieren von Problemen mit hoher Priorität oder beim Lösen von Engpässen und der Zuweisung von Tickets anhand bestimmter Fähigkeiten und Fachgebiete.

Aktuell geben Unternehmen alles, um die besten IT-Experten zu beschäftigen, die ihnen einen bedeutenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz bieten. Dieser Vorsprung wird jedoch oft zunichte gemacht, wenn eine Flut an unwichtigen Tickets und repetitiven Aufgaben die Talente und Fähigkeiten der neu eingestellten Personen unter sich begräbt.

Die Rolle der IT-Experten ändern

Ob bei der Automatisierung von zeitintensiven Aufgaben wie dem Patchen von Workstations, bei Konfigurationsänderungen für Netzwerkgeräte, Compliance-Prüfungen und Problembehandlungen oder beim Patchen von Servern: Der Wechsel zur Automatisierung wird viele Arbeitsabläufe revolutionieren. Wenn repetitive, einfache und zeitaufwendige Aufgaben automatisiert werden, können sich IT-Teams stattdessen anspruchsvolleren Aufgaben widmen, sich auf Kreativität und Innovation konzentrieren und so ihr ganzes Potenzial ausschöpfen sowie komplexere Projekte durchführen, die das Unternehmen wirklich voranbringen.

Es bleibt mehr Zeit für Schulungen, sodass Unternehmen die Fertigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen ans Licht bringen können, die ihre IT-Experten so wertvoll machen. Verbesserte Arbeitsabläufe und die Möglichkeit, den Fokus auf interessantere Projekte zu legen, reduzieren die Arbeitsbelastung und den Stress von IT-Experten. Hier liegt einer der größten Vorteile, die die Automatisierung bieten kann, insbesondere während einer Pandemie, die den Arbeits- und Betriebsabläufen bereits große Veränderungen abverlangt.

Auch die Mitarbeiterfluktuation dürfte sinken, wenn IT-Administratoren sich auf die Arbeit konzentrieren können, der sie mit Leidenschaft nachgehen. Schließlich bleiben zufriedene Mitarbeiter mit großer Wahrscheinlichkeit im Unternehmen, was die Kosten für Recruiting und Onboarding reduziert.

Den Helpdesk automatisieren

Ein Bereich, der sich besonders für die Automatisierung anbietet, ist der IT-Helpdesk. Monitoring- und Servicedesk-Integrationen werden immer häufiger eingesetzt und IT-Experten können Ticketzuweisungen, Asset-Aktualisierungen, Änderungen an Konfigurationsverwaltungsdatenbanken (CMDB), Updates für Kunden und vieles mehr automatisieren.

Dadurch sind nicht nur Überwachungs- und Servicedesk-Systeme besser mit den Teams synchronisiert, sondern es werden auch lästige Aufgaben und Verzögerungen eliminiert. Häufig auftretende Probleme werden schneller behoben und das Unternehmen spart Zeit und Geld. Auf diese Weise entwickelt sich der Helpdesk von einem reaktiven zu einem proaktiven Werkzeug und wird zu einer zentralen Ressource für die technischen Anfragen aller Mitarbeiter sowie zu einem Kommunikationstool, das die Lücke zwischen IT-Experten und Endnutzern schließen kann.

Vielleicht noch wichtiger ist, dass dieser neue Helpdesk IT-Experten davon befreit, jede einzelne Endnutzeranfrage bearbeiten zu müssen. Durch Servicefunktionen haben Administratoren mehr Zeit und können mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen die besten Wege ermitteln, um Abläufe zu automatisieren, Aufgaben zu delegieren und die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu stärken.

Automatisierung ist kein Allheilmittel

Das alles soll freilich nicht heißen, dass Automatisierung für jede Aufgabe die ideale Lösung sei. Im Gegenteil: Es gibt viele Bereiche, in denen IT-Teams weiterhin den besten Service bieten werden, beispielsweise beim Erlernen neuer oder neuartiger Muster bei der Netzwerk-Angriffserkennung (Network Intrusion Detection). Doch wenn IT-Experten allzu viel Zeit auf repetitive oder routinemäßige Aufgaben verwenden oder große Datenberge nach spezifischen, vordefinierten Kriterien durchforsten, wird es Zeit, die Automatisierungsangst zu überwinden und sich für den Fortschritt zu entscheiden.

Fazit

Egal wie das Jahr 2021 enden wird, eines ist sicher: Wir müssen aufhören, uns vor Automatisierung zu fürchten. Stattdessen ist es an der Zeit, sie von ganzem Herzen zu begrüßen und unsere Unternehmen in Orte zu verwandeln, an denen Talent wirklich glänzen kann. In dieser Art trägt Automatisierung sowohl zum Wohl des Unternehmens im Allgemeinen als auch zu dem der IT-Experten im Besonderen bei.

Chrystal Taylor ist Head Geek bei SolarWinds.

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