Vier Gründe sprechen für die Optimierung des SD-WAN

13. Oktober 2020

Wann sollte man das Software-Defined-WAN (SD-WAN) eines Unternehmens durch WAN-Optimierung ergänzen? Oft herrscht der Irrglaube, dass beides das Gleiche ist, oder sich gegenseitig ausschließt. Tatsächlich gehen beide Technologien unterschiedliche Probleme an und sollten für optimale Ergebnisse kombiniert eingesetzt werden.

Generell sprechen vier Gründe dafür, warum Unternehmen ihr SD-WAN optimieren sollten.

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SD-WAN macht Netze agiler, Optimierung steigert die App-Performance

Bandbreite kann Latenzen der App-Performance nicht ausgleichen. Deswegen bauen Unternehmen die Internet-Bandbreite ihrer Standorte aus, um kostengünstig die nötige Kapazität zu erhalten. Häufig stehen in den Standorten mehrere Pfade über MPLS, Internet-Breitband und LTE zur Verfügung. SD-WAN ermöglicht eine enorme Netzwerk-Flexibilität mit Application Intelligence, um Probleme wie Multi-Link-Nutzung, Pfadauswahl, Zero-Touch-Provisioning und richtlinienbasiertes Management zu lösen.

Allerdings kann SD-WAN nicht die negativen Auswirkungen von Latenzzeiten zwischen Nutzer und Applikation abschwächen. Sobald die Daten verschickt sind, ist die Aufgabe von SD-WAN im Wesentlichen erledigt. WAN-Optimierung hingegen, kann die „Umwege“, die für die Datenübertragung erforderlich sind, erheblich reduzieren. Wichtig dabei ist, dass die WAN-Optimierungslösung das Verhalten von Netzwerk- und Anwendungsprotokollen über große Entfernungen angeht. Konzentriert man sich nur auf einen Bereich, leidet die Performance beim Kunden.

Migration in die Cloud erhöht die Latenzzeit

Die Migration von Apps in die Cloud vergrößert die physikalische Distanz zwischen Nutzern und ihren Anwendungen. Egal, ob der Datenverkehr über einen Backhaul läuft oder über einen direkten Internetzugang (DIA). Das verringert die App-Performance der Apps und verschlechtert die Nutzererfahrung.

WAN-Optimierung löst dieses Problem, indem sie Apps beschleunigt, die in SaaS- und Cloud-Diensten gehostet werden. Ein häufiger Trugschluss ist, dass direkte Daten-Übertragung von einem Standort ins Internet eine hervorragende Performance garantiert. Nur durch eine Kombination von WAN-Optimierung und SaaS-/Cloud-App-Beschleunigung, kann die Performance um mehr als das zehnfache gesteigert werden.

Datenreduzierung kann in der Cloud viel Geld sparen

Je größer die Datenmenge und je umfangreicher der Datenverkehr von und zur Multi-Cloud-Infrastruktur, umso mehr steigen die Kosten bei den genutzten Cloud-Services. Eine Übertragung von 25 TB Cloud-Daten kann so schnell über 1500 Euro kosten.

Werden Daten jedoch durch WAN-Optimierung reduziert, senkt dies die Kosten des Datentransfers erheblich. Die WAN-Optimierung muss dabei allerdings in der Lage sein, SSL/TSL/HTTPS-Protokolle sicher zu empfangen und zu optimieren, da der Großteil des Datenverkehrs von und zur Cloud verschlüsselt ist.

Viele geschäftskritische Apps werden noch in lokalen Rechenzentren gehostet

Viele Apps werden auch in absehbarer Zeit weiterhin auf lokalen Rechenzentren laufen. Dazu zählen beispielsweise Apps wie File-Sharing (CIFS, SMB, NFS, …), Video-Streaming (Live und On-Demand), Speicherreplikation und On-Prem-Web-Anwendungen. Möglicherweise reduzieren Unternehmen die MPLS-Bandbreite, indem sie direkten Internetzugriff (DIA) von den Standorten einführen. Umso drängender ist es, den Datenverkehr auf eingeschränkten WAN-Verbindungen zu optimieren.

In der heutigen „Cloud-First“-Welt ist App-Beschleunigung entscheidend, da die Entfernung zwischen Nutzer und Anwendung immer weiter zunimmt. Nur so können dadurch entstehende negative Auswirkungen bewältigt werden. Unternehmen sollten sich deshalb für eine SD-WAN-Lösung entscheiden, die App-Beschleunigung bietet. SD-WAN und WAN-Optimierung sind komplementäre Lösungen, die unterschiedliche Probleme bewältigen. So profitieren Unternehmen vom Besten beider Welten: den optimalen WAN-Pfad zur Traffic-Übertragung und die optimale App-Performance über den gewählten Pfad. (rhh)

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