Drei SD-WAN-Trends prägen das Jahr 2020

5. Februar 2020

Das Datenverkehrsvolumen wächst immer weiter und Unternehmen sehen sich neuen Kommunikationsanforderungen ausgesetzt. Auf MPLS basierende Netzwerke mit wenigen Internet Breakouts kommen mit diesen Anforderungen oft nicht mehr klar. Deshalb setzen agile Firmen auf SD-WAN-Lösungen – eine Entwicklung, die sich auch im Jahr 2020 fortsetzen wird. Vor allem drei SD-WAN-Trends werden den Markt dieses Jahr besonders prägen.

Edge Computing, also die dezentrale Bereitstellung von Cloud-Applikationsfunktionen am Rande des Netzwerks, existiert als Konzept schon seit einiger Zeit. Vor allem in Bezug auf Industrie 4.0 sowie die Datenverarbeitung in vernetzten Produktionsumgebungen spielt dieses Thema eine große Rolle.

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Durchbruch von Edge Computing

Das Jahr 2020 wird uns erste echte Use Cases von Edge-to-Cloud Anwendungen zeigen, die über reine Showcases hinausgehen. Microsoft kündigte bereits auf seiner letztjährigen Ignite das Produkt Azure Stack Edge an. Dieses ist zunächst für Unternehmensrechenzentren verfügbar, soll aber anschließend sogar als drahtlose 5G-Variante angeboten werden. Und auch Amazon bietet seit November 2019 mit AWS Outpost seine eigene Lösung an.

Es ist sicher nicht überraschend, dass diese „Giganten“ hier mitspielen, denn für Edge Computing spricht einiges, wie beispielsweise die verringerte Antwortzeit von lokalen Applikationen. Die Möglichkeit, Cloud-gestützte Anwendungen am Rande des Netzwerks einzusetzen, bedeutet aber auch, dass sich der Datenfluss sowie die Anforderungen an das Netzwerk verändern – Public und Private Clouds sowie IT-Ressourcen in klassischen Rechenzentren müssen gleichzeitig und leistungsfähig miteinander kommunizieren können. SD-WAN ist die ideale Lösung, um diese aus verschiedenen Komponenten aufgebauten Netzwerke sicher, agil und flexibel miteinander zu verbinden.

Integrierte Sicherheit

SD-WAN bedeutet auch, dass neue Übertragungswege ins Netzwerk integriert werden und mehr Geräte einen direkten Internetzugang erhalten, denn im Gegensatz zu geschlossenen MPLS-Netzen werden SD-WAN Router direkt ans Netz angeschlossen. Das wiederrum schafft neue potentielle Bedrohungen. Eine SD-WAN Lösung, mit der sensible Daten übertragen werden, sollte deshalb immer über umfangreiche Sicherheitsfunktionen wie Next Generation Firewalls, Einbruchserkennung, Malware-Schutz und die Früherkennung von gezielten Angriffen verfügen.

Was auch nicht vergessen werden darf: SD-WAN ist noch eine relativ junge Technologie. Das bedeutet, dass einige Komponenten noch Bugs und Schwachstellen enthalten können. Wenn sich in Zukunft mehr Unternehmen für SD-WAN entscheiden, müssen diese sich selbstkritisch fragen, ob sie über all die nötigen Kompetenzen verfügen, um die Lösung zuverlässig zu implementieren und sicher zu betreiben. Fällt die Antwort negativ aus, empfiehlt es sich, mit einem erfahrenen Service Provider zusammenzuarbeiten.

Bedarf an Managed Services

Nach gescheiterten Versuchen erkennen sowohl große Managed Service Provider (MSPs) als auch Systemintegratoren, dass es nicht mehr ausreicht, reguläre SD-WAN Produkte zu integrieren und dann zu versuchen, sie für den Endkunden selbst zu verwalten. In den letzten Jahren sind Unternehmen zu der Erkenntnis gekommen, dass die Verwaltung von SD-WAN ein spezialisiertes Team mit spezifischen Fähigkeiten rund um Cloud-Architektur sowie Netzwerk- und IT-Sicherheit erfordert.

Allerdings verfügen aktuell noch wenige Unternehmen über die Mitarbeiter und die Fähigkeiten, diese Dienste anzubieten. Aus diesem Grund wird die Nachfrage nach Managed-Service-Optionen für SD-WAN im Jahr 2020 stark ansteigen. Eines der Hauptmerkmale wird sein, ob Anbieter in diesem Bereich einen Service anbieten können, der die Innovation und Skalierbarkeit einer integrierten Plattform in Kombination mit der nötigen mehrjährigen Betriebserfahrung aus einer Hand liefert.

Secure Access Service Edge (SASE) ist eine von Gartner neu definierte Kategorie, die Lösungen benennt, welche die überholte Trennung von Netzwerk und Sicherheit überdenken. Mit der Einführung von SD-WAN ändern sich in Unternehmen viele Prozesse sowie die Architekturen und die Art, wie User und Netzwerke mit dem Internet und der Cloud verbunden werden – eine gute Gelegenheit also, die Sicherheitskonzepte der Unternehmen ebenfalls zu modernisieren. Wir können dieses Jahr mit einer Auflösung der Silos zwischen Netzwerk und Sicherheit sowie der Zusammenführung dieser beiden Bereiche rechnen.

Moritz Mann ist Head of Product Management bei Open Systems.

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