Test: Netzwerküberwachung „Whats Up Gold 15“

28. November 2011

Kein IT-Profi kann heute guten Gewissens sein Netzwerk ohne eine automatische Überwachung des Netzwerks betreiben. Wer möchte schon von Benutzern erfahren müssen, dass Komponenten nicht mehr funktionieren oder Funktionen nicht mehr erreichbar sind? Der Markt bietet deshalb auch eine riesige Auswahl an Lösungen, die solche Probleme automatisch in den Griff bekommen sollen. Die Software „Whats Up Gold“ stellt dabei seit vielen Jahren eine solide Lösung zur Netzwerküberwachung von Windows-Systemen zur Verfügung –  wir wollten wissen, was die neue Version 15 kann.

Der Firmenname Ipswitch dürfte allen langjährigen Administratoren ein Begriff sein: WS-FTP, die erste halbwegs vernünftige FTP-Software für Windows, geht auf das Konto des US-amerikanischen Herstellers. Ebenso bekannt und noch erfolgreicher ist die Netzwerküberwachungs- und Management-Software „Whats Up Gold“, die nunmehr in der Version 15 am Markt ist.

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Ganz aktuell: Neue Oberfläche nutzt Web-Techniken

Wer die jüngsten Version anschaut, wird zunächst vor allen Dingen eine Änderung bemerken: die neue Oberfläche. Diese basiert nun komplett auf Web-Techniken und es gibt beinahe keinen Grund mehr, eine .exe-Datei direkt auf dem Server zu öffnen. Auch die Integration in VMware-Umgebung wurde deutlich ausgebaut: Das Programm ist nun dazu in der Lage, auf ESX-Hosts die Gastsysteme zu identifizieren. Zudem  bietet es beispielsweise die Möglichkeit, diese direkt über das Kontextmenü zu starten, pausieren oder anzuhalten.

Die Software überwacht Netzwerkkomponenten wie Router, Switches, Server oder Drucker, ohne einen zusätzlichen Agent auf den Geräten einzurichten. Das setzt die Lösung für das Monitoring ausschließlich Standardprotokolle wie SNMP und WMI ein. Sie unterscheidet dabei zwischen den beiden Überwachungsarten „aktiv“ und „passiv“. Als aktive Monitore unterstützt die Software DNS, Echo, FTP, HTTP, HTTPS, IMAP4, Interface, NNTP, Ping, Printer, POP3, Radius, SMTP, SNMP, Telnet oder Time als Protokoll beziehungsweise Funktion.

Um auf die WBEM-Implementierung „Windows Management Instrumentation“ (WMI) zugreifen zu können, müssen die Nutzer von Whats Up Gold aber leider eine größere Edition als die Standard-Version einsetzen. Mit Hilfe von WMI könnte die Lösung dann beispielsweise auch die Leistungsdaten von Microsoft Exchange-Servern (etwa die Anzahl der Nachrichten  in der Ausgangsqueue) leichter im Blick behalten. Die passive Überwachung regelt das Werkzeug mit Hilfe von Listener: Dabei schicken Netzwerkgeräte Meldungen aus, beispielsweise SNMP-Traps oder generieren SYSLOG/Eventlog-Einträge, und die Software reagiert entsprechend darauf.

Viele Möglichkeiten: Reaktionen auf eingehende Meldungen

Auf die gemessenen Werte oder eingegangenen Meldungen kann die Software gemäß den Vorgaben des Systembetreuers reagieren. Typischerweise lässt sich die EDV-Abteilung beim Ausfall eine E-Mail zuschicken oder auf einem Telefon anrufen. Knapp zwanzig Aktionen umfasst der Aktionskatalog – unter anderem auch der Start von Skript-Jobs oder Programmen.

Auf diese Weise wird das Hinterlegen der richtigen Schwellwerte und die Definition der passenden Reaktionen letztendlich zum Hauptgeschäft der Administratoren, die diese Software einsetzen. Die Datensammlung übernimmt die Lösung: Sie stellt diese grafisch in Diagrammen oder Netzwerk-Landkarten mit den passenden Farben und in Dashboards dar. So kann sich der IT-Profi sich auf die Bewertung mit Hilfe von Schwellwerten und Aktionen konzentrieren.

Ganz großer Vorteil: Die Suchfunktion

Uns hat in diesem kurzen Test im Vergleich zu manch anderen Netzwerküberwachungs-Lösungen hier besonders gut die Suchfunktion Software gefallen: Der Administrator muss die  Geräte nicht mehr mühsam per Hand einpflegen, sondern kann  bewaffnet mit SNMP-, VMware– und Windows-Credentials eine automatische Suche über einen IP-Bereich oder auch einen SNMP-Smart-Scan starten. Dieser Vorgang dauert, je nach Größe des Netzwerks, einige Minuten und liefert die wichtigsten Eckdaten, beispielsweise welche Services mit einem Node assoziiert werden. Die Qualität der Erkennung ist — mit einigen Ausnahmen — als gut zu bewerten: Gewundert hat uns beispielsweise die Einschätzung der Software,  ein Linksys-WLAN-Access Point sei ein Produkt der „Technischen Universität Braunschweig“ — das in unserem Netz eingesetzte Produkt wurde doch eher von Cisco Systems hergestellt.

Thomas Bär/ Frank-Michael Schlede

Pro:

– Schneller und unkomplizierter Einsatz
– Stabile und sehr ausgereifte Software

 
Kontra:

WMI steht nur in den größeren Editionen zur Verfügung
Viele Features stehen nur über kostenpflichtige Zusatzmodule
   zur Verfügung.

Kontakt & weitere Informationen:

Web-Seite von WhatsUpGold: www.whatsupsgold.com/de/

Preis: Ab circa 1750, – Euro für 100 zu überwachende Notes in
der Standard-Edition

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