Kurztest: Jetflash 220 verschlüsselt Daten mit 256-Bit-AES

25. Januar 2012

Datensicherheit im Unternehmen muss auch auf USB-Sticks ausgeweitet werden. Daher gelten USB-Sticks mit Verschlüsselungssoftware als ein Mittel der Wahl, um beim Einsatz von mobilen Datenträgern eine gewisse Grundsicherheit zu erzielen. Ein USB-Stick, wie er von Transcend mit der Bezeichnung Jetflash 220 angeboten wird, ist mit Verschlüsselungssoftware, Fingerabdrucksensor und einer Speicherkapazität von zwei bis 16 GByte ausgestattet. Im Test hatten wir die Version mit 4 GByte.

Bild 1: Benutzername und Passwort wird festgelegt
Bild 2: Die Software wird trainiert
Bild 3: Authentifizierungsmethoden auswählen
Bild 4: Festlegen des privaten und öffentlichen Speicherbereichs

Datensicherheit nimmt im Unternehmen meist schon einen hohen Stellenwert ein.  Um den Zugang zu sensibleren Datenbereichen zu reglementieren, werden verschiedenen Methoden angewendet.  Meist kommen hier Passwörter zum Einsatz. Biometrische Systeme für Zugangskontrollen, die etwa auf Tippverhalten, Stimmerkennung oder der Scan einer Gesichtsgeometrie basieren, sind zwar verfügbar, doch werden diese Systeme noch kaum bei mobilen Datenträgern eingesetzt.

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Allerdings sollte auch beim Transport von Geschäftsdaten oder Dateien mit persönlichem Inhalt Augenmerk auf eine entsprechende Datensicherheit gelegt werden. Dafür sind beispielsweise USB-Sticks mit Verschlüsselungssoftware im Handel verfügbar. Diese bieten bei Verlust zumindest einen gewissen Schutz:

Ohne das Passwort kann der Inhalt des Speichersticks nicht so einfach ausgelesen werden. Der Jetflash 220 mit 4 GByte hat den Weg ins NT4ADMINS-Testlabor gefunden. Der USB-Stick mit der Bezeichnung Jetflash 220 vom Transcend ist mit Verschlüsselungssoftware, Fingerabdrucksensor und in verschiedenen  Speicherkapazitäten (derzeit 2, 4, 8 und 16 GByte) verfügbar.

Ersteindruck und Konfiguration

Der USB-Stick weist eine direkt mit dem Stick verbundene Schutzhülle auf. Sie soll den sensiblen Fingerabdrucksensor vor Beschädigungen schützen. Der Stick installiert bei der Erstinstallation eine Software mit der Bezeichnung des USB-Sticks (in unserem Fall Jetflash 220). Zunächst werden ein Benutzername und ein Kennwort festgelegt (Bild 1). Daraufhin kann der Benutzer den passenden Finger an einem Schema anwählen und mit der Registrierung der Fingerabdrücke beginnen.

Um  eine entsprechende Genauigkeit zu erreichen, muss der Scan-Vorgang mehrfach wiederholt werden, damit die Software den Abdruck akzeptiert (siehe Bild 2). Nun kann der Benutzer im Menü noch einige Einstellungen tätigen. Wie in Bild 3 ersichtlich, kann umgestellt werden, ob der Stick die verschlüsselten Daten nur nach der Eingabe von Passwort oder Fingerabdruck, oder von beiden Angaben zusammen preisgibt. Zudem empfiehlt sich direkt nach der Ersteinrichtung eine Neupartitionierung des Sticks (siehe Bild 4).

Der Jet Flash220 verfügt über zwei verschiedene Speicherbereiche, einen verschlüsselten und einen unverschlüsselten. Je nach Bedarf kann dieser über das eben erwähnte Partitionierungs-Tools den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Vorsicht wie bei allen Neupartitionierungen kann diese Funktion nur mit einem kompletten Datenverlust eingesetzt werden (abgesehen von den Passwort und Fingerabdruckdaten).

Bild 1: Benutzername und Passwort wird festgelegt
Bild 2: Die Software wird trainiert
Bild 3: Authentifizierungsmethoden auswählen
Bild 4: Festlegen des privaten und öffentlichen Speicherbereichs

Probleme mit den angegebenen Funktionen

Der Hersteller gibt in seinen Datenblatt und auf seiner Kurzbeschreibung  noch weitere Features des Jetflash 220 an. Man könne sich (zumindest bei Nutzung des Internet Explorers) mobile Favoriten bzw. Lesezeichen anlegen und diese mit dem Jetflash 220 verschlüsselt transportieren. Zudem soll eine weitere Funktion integriert sein:

Eine Möglichkeit, verschiedene Passwörter für verschiedene Webseiten anzulegen und über den Jetflash 220 zu verwalten. Somit sei der Benutzer in der Lage, viele verschiedene Kennwörter seiner Internet-Identität (Passwörter für Foren, Bezahldienste, Internetshops, etc.) anzulegen und mit einem einzigen Masterpasswort (oder eben Fingerabdruck) abzurufen.

Diese Funktion ließ sich im Test mit unserem Modell nicht nutzen, die Software bietet einfach die entsprechenden Menüpunkte nicht an. Weder über die vom Hersteller bereitgestellten Tools noch mittels der Hilfe der Transcend-Techniker (Hersteller-Hotline) konnten die beiden Funktionen aktiviert werden. Die Aussage dieser Techniker, dieser Stick müsse einen Defekt aufweisen, konnte ebenfalls nicht verifiziert werden. Das NT4ADMINS-Team konnte den „Defekt“ auf insgesamt drei verschiedenen Jetflash 220 reproduzieren.

Die Transferraten im Test

Testweise kopiert das NT4ADMINS-Team noch eine Datei mit 1,36 GByte auf den USB-Stick und zurück, sowie eine weitere Datenmenge (1228 Dateien zusammen 2,29 GByte) auf demselben Weg hin und her. Die Transferraten werden mittels des Kommandozeilenprogramms „Robocopy“ ermittelt. Hier zeigen sich Abweichungen der vom Hersteller angegebenen Transferraten:

Bei den kleineren Dateien ergeben sich eine Schreibrate von etwa 2 MByte/s und eine Transferrate beim Lesen von zirka 9,4 MByte/s. Der Testlauf mit der 1,36 GByte Datei zeigt etwas höhere Werte von 2,8 Mbyte/s (schreibend) und 22,9 Mbyte/s (lesend).

Fazit des Kurztests:

Um sensiblere Daten im mobilen Einsatz zu sichern, eignet sich der Jetflash 220. Die Transferraten des USB-Sticks in Höhe von zirka 5 MByte/s (schreibend) und etwa 27 MByte/s (lesend) werden in unserem Test nicht erreicht, trotzdem können sensible Daten in einer angemessenen Zeit auf den Stick platziert werden.

Die 256-Bit AES Verschlüsselung  (Advanced Encryption Standard) bietet eine relativ hohe Sicherheit. Als praktisch erweist sich auch die variable Aufteilung des kompletten Speicherbereichs auf den Stick in einen privaten und einen öffentlichen Bereich. So können die wichtigen Daten auf dem privaten Bereich aufbewahrt werden,  die Daten im öffentlichen Bereich sind wie bei einem normalen USB-Stick von jedermann auslesbar.

Der Preis ist für einen USB-Stick mit 4 GByte Kapazität relativ hoch aber dennoch in einem moderaten Bereich, vor allem wenn man die zusätzlichen Hardwarekosten (Fingerprint-Scanner) in Betracht zieht. Der Stick funktioniert meist einwandfrei, nur bei einigen Scan-Vorgängen musste der Finger zwei bis dreimal über den Scanner bewegt werden, bis der Abdruck erkannt wurde. Im Ganzen betrachtet erfüllt der Jetflash220 seine Aufgabe.

Florian Huttenloher/ rhh

Pro:

+ einfach zu bedienen
+ Fingerabdrücke werden meist erkannt
+ Stick ist in zwei Bereiche aufgeteilt (verschlüsselt/öffentlich)

Kontra:

– Funktionsumfang nicht wie vom Hersteller angegeben
– Angegebene Transferraten werden nicht erreicht

Kontakt:
Weitere Infos auf der Website von Transcend.

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