Sharepoint 2013 im Vergleich zu Sharepoint 2010

20. November 2012

Ein sauberer Upgrade-Weg soll den Umstieg auf die aktuelle Version 2013 von Sharepoint ermöglichen. Dazu wird die bestehende Inhaltsdatenbank von Sharepoint 2010 nur mehr an die neue Sharepoint-Farm (mit 2013) angehängt. Dan Holme zeigt erste Neuerungen von Sharepoint 2013 in diesem Beitrag. Zudem gibt es auf der Konferenz „Sharepoint Connections 2012“ in Amsterdam eine Vielzahl von Vorträgen zu Sharepoint 2013.

Für die „Information Worker“ stehen einige Änderungen auf dem Programm: Sharepoint 2013, Office 365 und Office 2013 werden diskutiert und die passende Strategie bei vielen Unternehmen gesucht, wie man diese Produkte einsetzen kann, um die Anwender damit noch produktiver zu machen.

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Vor allem bei den Unternehmen stellt sich dabei die Frage, ob sie zügig zu Sharepoint 2013 wechseln sollen – diese Frage ist umso dringender, da viele Organisationen ihre Migration von Sharepoint 2007 auf die Version 2010 nicht gar nicht abgeschlossen – bzw. in einigen Fällen noch gar nicht angegangen – haben. Denn es gibt natürlich auch die Version, sofort von Sharepoint 2007 auf Sharepoint 2013 aufzusteigen.

Um in dieser Diskussion emotionale Aspekte außen vor zu lassen, sollte man sich immer eine klare Ausgangsbasis schaffen: Der Einsatz von Sharepoint soll dazu führen, dass man einen entsprechenden Nutzwert bekommt. Dabei handelt es sich um die Dinge, die im Geschäftsleben benötigt werden, so dass die Anwender ihre Aufgaben schneller und mit mehr Qualität erledigen können. Zusätzlich gilt es, diese Diskussion auf einige Schlüsselbereiche zu fokussieren – man kann in einem kurzen Artikel sicher nicht alle Aspekte zu Sharepoint ansprechen.

Nur ein geringer Update-Aufwand bei Sharepoint 2013

Aus der Perspektive der IT-Abteilung handelt es sich bei Sharepoint 2013 nur um ein kleineres Update – verglichen mit der Vorgängerversion: Es sind keine wichtigen Architekturänderungen zu verzeichnen, wie es zum Beispiel beim Übergang von Sharepoint Portal Server auf Sharepoint 2007 oder beim Umstieg von Sharepoint 2007 auf Sharepoint 2010 zu vermelden war.

Es gibt dieses Mal nur viele kleinere Modifikationen, vor allem Änderungen, die bestimmte Arbeitslasten betreffen. Doch die IT-Abteilung muss keine komplette Neuevaluierung einer bestehenden oder auch nur geplanten Sharepoint-2010-Umgebung ausführen – natürlich gilt das nur, wenn das ursprüngliche Design sauber ausgeführt wurde.

Dagegen handelt es sich bei Sharepoint 2013 um eine enorme Änderung, wenn man den Bereich der typischen Zusammenarbeit betrachtet. Teamsites, My Sites, Communities und ECM – alle Punkte haben vielfältige und wichtige Aktualisierungen erfahren, was die Usability betrifft. Dazu gehören das Cross-Browser- und Cross-Device-Sharing, verbesserte Offline-Optionen (Skydrive Pro) und massiv verbesserte Sharing-Features. Aber auch die Teamwork-Features haben eine Optimierung erfahren (wie etwa die Tasks, ein einfaches Projektmanagement oder die „Discussions“).

Bei bestimmten Arbeitsbereichen – wie etwa WCM, Social, Suche und mobiler Zugriff – erweist sich Sharepoint 2013 sogar als ein gewaltiger Schritt nach vorne. Aber auch beim Thema „Navigation“ kommt bei Sharepoint 2013 eine Lösung ins Spiel – ein Punkt, der in den meisten Einsatzszenarien von Sharepoint bisher immer Kopfzerbrechen bereitete.

Der Aufstieg auf Sharepoint 2013 empfiehlt sich

Zählt man all diese Aussagen zusammen, kommt man schnell zu einer Quintessenz: Wer heute neue Arbeitslasten mit Sharepoint 2010 abbilden möchte (oder muss), der wird von den Benutzern die bekannten Probleme geschildert bekommen. Das sind alles Probleme, die Microsoft mit Sharepoint 2013 gelöst hat. Das betrifft vor allem den Bereich der Zusammenarbeit. Daher sollte man auch keine Projekte mehr mit Sharepoint 2010 beginnen, die viel Wert auf die Funktionen „Suche“, das Thema „Social“, WCM oder den Zugriff von mobilen Endgeräten legen.

Als einen minimalen Ansatz könnte man so vorgehen, dass man schnell auf Sharepoint 2013 umsteigt, um so eine saubere „Service Farm“ aufzubauen. Sie kann dann die Funktionen „Suche“, „Managed Metadata“, Benutzerprofile und BCS aufnehmen und diese Dienste dann für Sharepoint-2010-Farmen bereitstellen, die diese Services dann konsumieren. Damit besteht die Möglichkeit, dass die Benutzer in der gewohnten Sharepoint 2010-Umgebung weiter arbeiten, doch bereits auf die neuen Funktionen von Sharepoint 2013 zugreifen können.

Alles eine Frage der Kompatibilität

Zu den Fragen der Kompatibilität ist noch zu sagen: Bei Sharepoint 2013 wird alles unterstützt, was es auch bei Sharepoint 2010 gegeben hat. Dazu gehört die Unterstützung für Clients mit Office 2010, die Forms, die Workflows sowie die Anpassungen (also die Sandbox- und die „Full Trust“-Lösungen).

Allerdings gibt es keinen “In Place Upgrade” auf Sharepoint 2013. Die Vorgehensweise lautet vielmehr: Es wird die Inhaltsdatenbank von 2010 einfach einer 2013-Farm hinzugefügt – also angehängt. Damit ergibt sich ein großer Vorteil: Die 2010-Inhaltsdatenbank bleibt als eine Inhaltsdatenbank bestehen – dadurch kann eine 2010 Site Collection nach wie vor bestehen bleiben, sie wird nur auf einer 2013-Farm eingesetzt.

Damit unterscheidet sich diese Aktualisierung entschieden von der Migration, die beim Schritt von Sharepont 2007 auf 2010 erfolgt ist. Denn bei diesem sogenannten „Visual Upgrade“ wurde die komplette Site aktualisiert – da ergaben sich allerdings vielschichtige Aufgaben, um die Kompatibilität sicherzustellen.

Einfach nur den Schalter umlegen

Daher sollte es beim Schritt von 2010 auf 2013 keine größeren Probleme geben und auch alle Anpassungen sollten sauber mitgenommen werden können. Im Falle eines „Deferred Site Collection Upgrade“ legt man sozusagen den Schalter um, so dass die Site dann in der neuen Umgebung funktioniert. Da kommt dann die Frage zur Kompatibilität ins Spiel.
Damit sollte es dann auch gelingen, dass der für Sharepoint zuständige Administrator an einem Wochenende die Aktualisierung „seiner“ Site auf Sharepoint 2013 vornimmt und die Benutzer dann am folgenden Montag davon gar nichts merken. Ob das allerdings dann auch in jeder Konstellation im realen Einsatz auch funktioniert, muss man abwarten – allerdings sollte das Thema Upgrade keine große Rolle mehr spielen und sich zu keinem besonderen Projekt mehr auswachsen.

Mehr zum Thema Sharepoint 2013 gibt es wie immer auf Microsofts Technet.
Eine komplette Konferenz zu Sharepoint – auf der die Version 2013 bereits im Vordergrund steht, gibt es noch in diesem Monat in Amsterdam: Die Sharepoint Connections 2012 (Hier die Agenda). Wer sich über den Banner auf NT4ADMINS zur Veranstaltung anmeldet, bekommt noch eine Preisreduzierung ich Höhe von 20 Prozent. Dazu müssen Sie bei der Registrierung den Promo-Code SKQ8NQ eintragen.

Dan Holme/rhh

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