Kumulatives Update 2 für Exchange Server 2013

31. Juli 2013

Das kumulative Update  2 (CU2) für den Exchange Server 2013 steht zum Download zur Verfügung. Zu den funktionalen Erweiterungen gehört ein neuer Verwaltungsdienst für DAGs (Database Availability Groups). Zudem zeichnet sich ab, dass Exchange 2013 eine Support-Richtlinie bekommt: Künftig soll einmal in einem Quartal ein Update für Exchange 2013 zur Verfügung gestellt werden.

Interessante Stellungnahmen im von Microsofts Technet weisen darauf hin, dass man sich bei Microsoft die Probleme der Administratoren zu Herzen genommen hat. In einer Produktivumgebung kann man es sich nicht leisten, und einfach ein neues Update einspielen, ohne es zuvor ausgiebig getestet zu haben. Denn allzu oft sind auch noch Software-Erweiterungen damit zu testen, die von Drittherstellern stammen und die mit Exchange sauber zusammenspielen müssen.

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Zudem haben die Anwender signalisiert, dass sie auch ein Servicepack bekommen möchten, das als eine Art „logischer Meilenstein“ fungiert. Andererseits muss man bei Microsoft mittlerweile auch hybride Ansätze berücksichtigen – wenn Anwender ihre Inhaus-Exchange-Umgebung mit den Cloud-basierten Angeboten wie Office 365 zusammen einsetzen wollen.

Hier ist eine schnelle Anpassung der Release-Stände – Inhaus und in der Cloud – wünschenswert. Doch dazu sollte man die Anwender nicht zwingen, dass sie die Inhaus-Exchange-Umgebung aktualisieren, selbst wenn sie das gar nicht benötigen.

Support-Änderung zeichnet sich ab

Eine Klarstellung zum generellen Support bei Exchange 2013 ist ebenfalls abzulesen: Wenn ein Anwender einen Fehler meldet, der in einem späteren Release behoben werden soll, muss man das neueste Update eingespielt haben, ehe sich Microsoft des Fehlers annimmt. Tritt ein Fehler in einem Update auf, behebt Microsoft diesen Fehler und gibt diesen Fix als Teil des nächsten kumulativen Updates frei. Damit reduziert sich die Anzahl der individuellen Hotfixes, die für die Anwender bereitgestellt werden. Durch die künftige Schlagzahl der Updates sollte ein Anwender nicht zu lange auf die Fehlerbehebung warten müssen.

Bild 2. Nach dem Setup von CU2 Exchange 2013 ist ein Neustart nötig. Quelle: Tony Redmond

Was das Upgrade des CU2 selbst angeht, sollte die Aktualisierung recht zügig durchlaufen, solange man darauf achtet, zuerst seine DAG Member Server in den Maintenance-Modus zu bringen. Dazu lässt sich das Skript von Michael van Horenbeeck verwenden – denn damit kann der Administrator diese Aufgabe auch automatisieren.

Zudem sollte man darauf achten, dass die erwartete Aktualisierung des AD-Schemas ausgeführt wird. Einige der Änderungen sind auch für die RBAC-Rollen (Role Based Access Control) und –Definitionen nötig. Allein deswegen schon muss man zuerst das AD vorbereiten, ehe man das CU2 von Exchange 2013 einspielen kann.

Neustart ist nötig

Interessanterweise forderte das Setup einen Neustart des Servers, nachdem /PrepareSchema gelaufen war – aber Windows selbst weiß sicher am besten, was nötig ist. Zudem war noch ein Neustart für alle Exchange-Server nötig, die bisher auf Exchange 2013 CU2 aktualisiert wurden.

Wenn man sich die vielen Änderungen am Schema vor Augen hält, die Exchange im Verlauf der letzten Jahre beim AD gemacht hat, könnte man so seine Bedenken bekommen. Doch generell ist es ein guter Ansatz, möglichst viele Organisations- und Konfigurationseinstellungen im AD abzulegen. Allerdings sind wir immer noch nicht soweit, dass Exchange all seine Einstellungen in einem Repository ablegt, das Aktualisierungen überlebt und von dem man erwarten darf, dass Änderungen auch an andere Komponenten, wie etwa Outlook Web Apps (OWA) weitergeleitet werden, nachdem der CU2 installiert worden ist.

Wer sich noch mehr für diese Aspekte interessiert, dem sei gesagt, ass es sich beim VU2 um die Softwareversion 15.0.712.22 (kurzgenannt 712.22) handelt, wenn man sich das über die EAC anzeigen lässt. Das CU1 dagegen trägt die Nummer 620.29. Nachdem das Schema erweitert ist, zeigt der Powershell-Einzeiler von Michael Smith, dass der Wert von „RangeUpper“ 15281 beträgt. Die Werte für die früheren Versionen von Exchange finden sich hier.

Bild 3. Verbesserungen bei den DAGs zeichnen das CU2 von Exchange 2013 aus. Quelle: Tony Redmond

 

Die funktionalen Änderungen beim CU2 reichen von Fehlerbeseitigung bis hin zu Änderungen, die sich aufgrund des Einsatzes von Exchange 2013 in Produktivsystemen ergeben haben. Dazu gehört auch das Erhöhen der maximalen Anzahl von Datenbanken auf 100, die gemountet werden können (siehe dazu auch den entsprechenden Blog-Eintrag).

Einige Verbesserungen beziehen sich auf den Bereich der Hochverfügbarkeit. Dazu gehört auch die Einführung des Verwaltungsdienstes für die DAG (Database Availability Group). So möchte Microsoft wohl Code-Passagen, die sich um das Überwachen und Benachrichtigen über Probleme kümmern, aus dem eigentlichen Replikationsdienst herausnehmen. Damit soll sich dieser Replikations-Code möglichst nur mehr um die hoch priorisierten Transaktionen kümmern, die bei der Datenübertragung zwischen Postfachservern in einer DAG auftreten.

Erste Erfahrungen mit dem CU2 zeigen auch, dass OWA scheinbar schneller ist und auch schnellere Antworten liefert – daher sind wohl auch hier Verbesserungen gelungen. Auch die Suchfunktion arbeitet schneller: Anwender können damit einzelne Objekte schneller finden, wenn sie die entsprechenden Schlüsselwörter enthalten.

Zusammenspiel mit Azure

Das Zusammenspiel von Exchange mit der Azure-Cloud ist ein weiterer Punkt. Die Exchange-Entwickler haben darauf hingewiesen, dass nun ein Windows Azure Server als Host für einen „Witness Server“ einer DAG fungieren kann. Dieser erste Schritt wird das Zusammenspiel mit der Azure-Cloud vorantreiben – vor allem wenn Administratoren mehr Vertrauen in Cloud-Komponenten setzen, wenn sie Hochverfügbarkeits-Konfigurationen aufzubauen haben. Und zudem werden damit auch die Spekulationen angeheizt, welche weiteren Teile von Exchange in die Azure-Cloud geschoben werden können – im Verlauf der nächsten Zeit. Mehr zu diesem Thema ist im Blog zu Exchange und Azure zu finden.

Eines darf der Administrator natürlich nicht vergessen, wenn er mit dem CU2 von Exchange 2013 experimentieren will: Zuerst die Aktualisierung in einer Testumgebung einspielen und die Software nicht sofort auf die Produktivsysteme loslassen.

Tony Redmond

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