Das Leben mit PHP- und anderen Schwachstellen

29. Oktober 2026

Die aktuelle PHP-Schwachstellen haben gezeigt: Sicherheitsteams sollten unbedingt die Security-Basics in ihren Unternehmen umsetzen. Dazu gehören das Entfernen von nicht mehr genutzten Administratorkonten, das Anwenden des Prinzips der geringsten Berechtigungen, Passwörter vorsorglich ändern und jede Anmeldung durch eine Multi-Faktor-Authentifizierung schützen. Denn die Ki wird auch künftig Schwachstellen in viel genutzten Software-Modulen aufdecken.

Die beiden kritischen Schwachstellen, die in PHP – der Programmiersprache hinter WordPress und unzähligen Online-Shops – entdeckt wurden, haben inzwischen dazu geführt, dass Dienste von Behörden in Frankreich, Dänemark, Finnland und den Niederlanden offline gegangen sind, ebenso wie Websites britischer Kommunalverwaltungen, NHS Scotland und Wikipedia. Mittlerweile wurden Sicherheits-Patches veröffentlicht.

Allerdings sich auch Berichte über Millionen von Versuchen erschienen, die Schwachstellen auszunutzen. Es bleibt weiterhin unklar, ob dabei Erfolge erzielt wurden. Das CERT-EU, das Cybersicherheits-Einsatzteam der EU, rät Organisationen, die die Patches nicht sofort installieren konnten, die Isolierung ihrer mit dem Internet verbundenen Anwendungen in Betracht zu ziehen.

Das Ausmaß dieser Schwachstellen unterscheidet dies von einem routinemäßigen Patch-Zyklus. PHP bildet die Grundlage von Websites, die gleichermaßen von Konzernen, öffentlichen Einrichtungen und Ein-Personen-Unternehmen betrieben werden und die meisten derer, die diese Websites betreiben, sind keine Sicherheitsspezialisten. Sie verlassen sich darauf, dass Hosting-Anbieter, Plugins und Agenturen auf dem Laufenden bleiben und viele lernen diese Woche zum ersten Mal etwas über PHP.

Die Schwachstellen blieben jahrelang in weit verbreitetem Code verborgen, bis KI-Tools sie aufdeckten. OpenAI, dessen Modell bei der Aufdeckung half, rechnet damit, dass ähnliche Funde in den kommenden Monaten stark zunehmen werden. Der Grund: Der Einsatz von KI verringert den erforderlichen Aufwand, um eine komplexe Schwachstelle in einen funktionierenden Angriff umzuwandeln.

Das Patchen ist nur der erste Schritt. Bei jeder Website, die vor dem Fix der Schwachstelle angreifbar war, sollte überprüft werden, wer Zugriff sowohl auf die Website als auch auf interne Systeme innerhalb der Organisation hat. Sicherheitsteams sollten nicht mehr genutzte Administratorkonten entfernen, das Prinzip der geringsten Berechtigungen anwenden, um den Zugriff einzuschränken, Passwörter vorsorglich ändern und jede Anmeldung durch eine Multi-Faktor-Authentifizierung schützen.

Diese eigentlich bestens bekannten Sicherheitsvorkehrungen zahlen sich auch künftig aus. Denn es ist damit zu rechnen, dass mithilfe der KI noch weitere Schwachstellen in weit verbreiteten Software-Modulen aufgedeckt werden. (Shane Barney, CISO von Keeper Security/rhh)

Keeper Security

Lesen Sie auch