VMware-Forum 2011: Erfolgsspuren für das Cloud Computing

9. April 2011

Der Aufbau einer „Private Cloud“ bildet für die meisten Unternehmen den ersten Schritt in die neue Art des IT-Betriebs. Danach folgt als logische Konsequenz das Einbinden externer Ressourcen und Anbieter, diese allerdings in einer sicheren und weitgehend abgeschirmten Art und Weise – sie wird als „Hybrid Cloud“ bezeichnet. Dagegen werden vor allem bei kritischen Applikationen die Angebote einer „Public Cloud“ eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Wichtige Punkte für die Umsetzung der Cloud-Strategie sind zuerst die Basistechnologien: Ohne eine passende Virtualisierungs-Plattform gibt es kein Cloud Computing. Und zum anderen sind zusätzlich Komponenten wichtig, damit die IT-Dienste aus der Cloud ohne großen Bereitstellungsaufwand bezogen aber auch wieder abgewählt werden können. Vor allem das möglichst elegante Wechseln – also das Austauschen von einem Cloud Service Provider durch einen anderen – geniest eine hohe Priorität.

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Wege von der Virtualisierung in die Cloud zeigt das deutsche VMware Forum 2011. Es findet am 11. Mai in Frankfurt (a.M.) und am 13. Juli in München statt.

Der Eintritt für registrierte Besucher ist kostenfrei. Melden Sie sich jetzt an

Bild 1. Das Verschieben von VMs ist eine Basis für effizientes Cloud Computing Quelle: VMware

Alle überschwänglichen Prognosen für das künftige Cloud-Business im IT-Bereich beziffern kein reines Neugeschäft. Vielmehr sind darin Dienstleistungen enthalten, die Unternehmen aus ihren eigenen Rechenzentren heraus an externe Cloud Provider verlagern. Sprich ein Großteil dieser Summe sind Gelder, die nicht mehr in die traditionelle IT investiert werden. Unternehmen gehen dazu über,  nicht mehr einzelne Server-, Netzwerk- oder Storage-Systeme zu kaufen und darauf seine Applikationen selbst zu erstellen. Die Zukunft gehört vielmehr dem agileren Ansatz, vorgefertigte Dienste zu beziehen.

Transformation der internen IT steht an

Damit gerät die interne IT-Abteilung allerdings massiv unter Druck, tritt sie doch verstärkt in den Wettbewerb zu externen Dienstleistern. Das ist bereits heutzutage keine Fiktion, sondern in vielen Bereichen schon Realität. Um sich diesem Wettbewerb zu stellen, muss die interne IT-Abteilung ihre Arbeitsweise und ihr Selbstverständnis ändern. Dieser Veränderungsdruck geht klar in die Richtung höherer Serviceorientierung und somit deutlich schneller und flexibler bei der Bereitstellung der IT-Ressourcen für das Business zu werden.

Doch will die IT-Abteilung diesen Umstieg alleine stemmen, ist sehr viel Zeit aufzuwenden. Denn es gilt nicht nur die Transformation der einzelnen Leistungen in ein Servicemodell auszuführen. Zudem müssen auch die bestehende Infrastrukturen weiter betrieben und die Applikationen, die noch nicht im ersten Schritt auf ein Cloud-Modell umgestellt werden können, am Laufen gehalten werden. Hier sind externe Anbieter gefragt, die nicht nur ein Standardangebot in Form von einfachen Cloud-Diensten liefern. Vielmehr geht es darum, den Unternehmen Hilfestellung zu bieten, dass sie ihre interne IT transformieren und in Richtung Cloud fit machen

Standards im Cloud-Umfeld

Doch derzeit fehlen noch weithin akzeptierte und standardisierte technische Standards im Cloud-Umfeld.  Es sind mehrere herstellerspezifische Ansätze im Markt verfügbar – und das macht das an sich einfache Modell der Hybrid Cloud komplex: Google, Amazon oder Salesforce gelten als starke Vertreter, doch auch Microsoft mit seinem Azure-Konzept und VMware mit der VCloud-Initiative haben gute Karten. Erst wenn hier eine Standardisierung einsetzt, wird es für die Anwender wieder einfach. Bei der Desktop Management Task Force (DMTF) sind bereit erste Vorschläge eingegangen, die von dieser unabhängigen Institution standardisiert werden soll. Darunter ist auch VMwares VCloud-Ansatz vertreten.

Wer bereits Virtualisierungs-Lösungen in seiner Produktivumgebung einsetzt, der hat den ersten Schritt zur Cloud-Technologie bereits hinter sich. Die meisten virtualisierten Infrastrukturen arbeiten heutzutage auf der Basis von VMwares Plattformen – sei es die ESX-3– oder die vSphere-4-Schiene. Daher passt es besonders gut, wenn der Cloud Provider aus dem VCloud-Umfeld stammt. Diese Initiatiuve umfasst mehrere Bereiche: Fragen zur Sicherheit und zur Compliance bei der Bereitstellung von Geschäftsanwendungen gehören mit dazu.

Um die einschlägigen Vorgaben zu erfüllen, wie sie die Sicherheits- und Compliance-Anforderungen sowie Unternehmensrichtlinien verlangen, arbeitet VMware um auf der Basis der Virtualisierungs-Plattform vSphere 4 mit einer Reihe von Technologiepartnern, Normierungsinstitute und Service-Anbietern von Clouds zusammen.

Applikations-Kompatibilität ist gefordert

Unternehmen fordern bei Aufbau von Cloud-Infrastrukturen in erster Linie eine Garantie in Bezug auf die Applikations-Kompatibilität. Mit Hilfe der virtuellen Maschinen (VMs) bringt vSphere 4  eine Abstraktionsebene ins Spiel: Applikationen, die in einer virtuellen Maschine auf Basis von vSphere 4 laufen, lassen sich damit dann auch in der Cloud betreiben. Über die zugehörige Programmierschnittstelle, die VCloud API, ist der Zugriff auf weitere Verwaltungs- und Infrastrukturdienste möglich. Dazu gehören Aktionen wie das Starten weiterer Instanzen einer VM oder Aktionen, die sich auf die regionale Verteilung der VMs mit ihren Daten beziehen, wenn hier spezielle Datenschutzrichtlinien zu beachten sind.

Standardisiertes API schützt die Investitionen

Die VCloud-API als Schnittstelle zur Bereitstellung virtueller Ressourcen und zum Zugriff auf diese in der Cloud ermöglicht die Bereitstellung und Verwaltung virtualisierter Workloads in internen oder externen Clouds sowie die Interoperabilität zwischen den Clouds. Doch dazu ist auch das Format wichtig, mit dem die VMs bereit gestellt werden. Nur wenn man hier einheitliche Vorgaben macht, lassen sich die heute in einem Unternehmen ausgeführten Anwendungen unverändert auch ausgelagert betreiben, ohne dass eine Neucodierung oder Erstellung auf einer reinen Cloud-Plattform nötig ist. Hier garantiert ein weiterer Standard, das „Open Virtualization Format“ (OVF), eine breite Akzeptanz. Es handelt sich dabei um eine Definition, in welchen Formaten sich VMs oder auch virtuelle Appliances paketieren, verteilen, verschieben und generell zum Einsatz bringen lassen.

Bild 2. Auf drei Ebenen müssen die Management-Lösungen ansetzen.

Verwaltungsaspekt in der hybriden Cloud gefragt

Als weiterer Faktor für die Akzeptanz von Cloud-basierten Lösungen tritt der Management-Aspekt in den Vordergrund. Dabei stehen die Punkte Automation und Verwaltung ganz oben auf der Agenda der IT-Verantwortlichen. Der Zugang zu den Ressourcen in einer virtuellen Infrastruktur müssen die Betreiber von Clouds – und das gilt für die externen Anbieter ebenso wie für die interne IT – ohne große technische Umstellungen ermöglichen.

Dies sollte Web-basiert machbar sein – etwa in Form von Self-Service-Portalen – darf aber nicht an der fehlenden Integration in die lokalen Management-Plattform einer internen Cloud scheitern.  Nur so wird sichergestellt, dass Benutzer entsprechend der unternehmenseigenen Richtlinien virtuelle Maschinen und virtuelle Applikationen (die vApps) selbst bilden, verwalten und steuern können, während die IT volle Kosten- und Administrationskontrolle behält.

Aus diesen Ausführungen ist der Bedarf nach einer weiteren Komponente abzuleiten. Dabei geht es um ein Tool, das eine Kombination von Clouds – wie etwa einer private mit einer public Cloud – erlaubt. Das folgende Beispiel soll dies veranschaulichen:

Angenommen ein Unternehmen betreibt 20 physische Server und auf allen läuft Vsphere 4.1. Damit lassen sich diese 20 Server schon so handhaben, als würde nur ein großer logischer Server agieren. Das Verschieben der Arbeitslasten lässt sich nun dynamisch erreichen. Vor dieser Ausgangssituation kommt der VCloud Director ins Spiel:

Er verteilt diese aggregierte Computing-Power sozusagen in kleinen Häppchen. Dabei abstrahiert er diese Teile nochmals und teilt sie in einzelne virtuelle Datacenter auf. Eine derartige Struktur lässt sich als ein Stück des gesamten Kuchens ansehen – das die interne IT-Abteilung dann auch den einzelnen Fachabteilungen im Unternehmen – zum Beispiel der Finanzabteilung oder der Entwicklungsabteilung – zuweist.

Danach können zum Beispiel die Benutzer aus der Finanzabteilung – entsprechende Autorisierungen vorausgesetzt – selbst über einen Self-Service-Ansatz so viele Rechner provisionieren, wie sich in dem virtuellen Datacenter darstellen lassen.

Selbstbedienung erleichtert das Leben

Aber der VCloud Director bildet auch eine umfassende Unterstützung, wenn man in seinem Unternehmen Servicekataloge aufbauen möchte. Sprich eine IT-Abteilung kann Dienste wie etwa den SQL-Server oder Sharepoint anbieten. Diese Dienste werden auf einer internen Website angezeigt und die Anwender können sich daraus einen passenden SQL- und/oder Sharepoint-Server mit bestimmten Merkmalen – sprich Service-Level-Agreements mit den gewünschten Hochverfügbarkeits-Levels  – heraussuchen.

Als weiterer Punkt kommt noch die Verrechnungskomponente ins Spiel. Auch hier bietet der VCloud Director Funktionalitäten an. Damit wird es für einen Benutzer möglich, einen gewissen Service abzurufen, und dazu auch gleich eine prinzipielle Rechnungsstellung zuzuordnen.

Rainer Huttenloher

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