Unitrends Enterprise Backup 8.0: Tiefgreifender virtueller Schutz für Hyper-V-basierte Umgebungen

2. Dezember 2014

Mit Version 8.0 der Unitrends Enterprise Backup (UEB) unterstützt Network diese virtuelle Backup-Appliance das Network Data Management Protocol (NDMP). Damit ermöglicht das Gerät mittleren und großen Unternehmen die flexible und einfach skalierbare Sicherung von NAS-Arrays (Network Attached Storage) von EMC und NetApp. Gleichzeitig wurden mit UEB 8.0 die Sicherungsmöglichkeiten für virtuelle Umgebungen erweitert.

Die Lösung bietet neben der Unterstützung für VMware vSphere nun auch Datensicherungs- und Disaster-Recovery-Funktionen für Microsoft Hyper-V-Hypervisoren. Vor allem der Deep Virtual Protection fällt dabei eine Schlüsselrolle zu.

Anzeige
CS espresso series
Bild 2. Das Prinzip der „Deep Virtual Protection“, Quelle: Unitrends

Auch bei virtuellen Umgebungen gilt es für die zuständigen Systembetreuer zu unterscheiden, welche Module – genauer virtuelle Maschinen (VMs) – besonders kritisch sind und welche keinen so hohen Stellenwert einnehmen. Es gibt in jeder Produktivumgebung VMs, die man sehr häufig sichern soll, und VMs, die nicht so häufig ein Backup benötigen. Bei anderen VMs muss man eventuell sogar gar keine Sicherung vorsehen, andere dagegen müssen auch extrem schnell wiederhergestellt werden – weil unter Umständen die Service Level Agreements (SLAs) das erforderlich machen.

Daher stehen die zuständigen Betreuer der virtuellen Umgebung oftmals vor der Herausforderung, dass sie verschiedene Speicher-, Schutz- oder Wiederherstellungsstrategien oder -Ansätze verfolgen müssen, um mit ihrer virtuellen Umgebung bestmöglich klar zu kommen. Hier erweist sich das Konzept „Deep Virtual Protection“ (also der tiefgreifende virtuelle Schutz) als eine sinnvolle Lösung.

Traditionell empfiehlt es sich für die meisten VMs in einer virtuellen Umgebung, dass sie auf Hypervisor-Ebene gesichert werden. Damit handelt sich der Systembetreuer einige Vorteile ein. Damit lassen sich Funktionen wie „Automatic Discovery“, eine vereinfachte Verwaltung der Backups und die optimale Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen (wie Speicherplatz) auf den jeweiligen Hosts realisieren. Dazu kommen auch noch recht nützliche Wiederherstellungstechniken, um die teilweise recht engen Anforderungen an die Wiederherstellzeiten erfüllen zu können.

Allerdings haben einige Umgebungen auch ein oder gar zwei kritische Datenbanken auf der Basis des SQL am Laufen, die bei einem Snapshots eines Hypervisors auch schnell ein „Schluckauf“ bekommen – und damit die angeschlossenen Benutzer nicht vernünftig weiterarbeiten können. Damit kommt es in der Praxis doch recht häufig vor, dass der (oder die) SQL Server dann doch nicht so häufig gesichert werden, als das eigentlich nötig wäre. Es kann aber auch eine Konfiguration vorliegen, die auf bestmögliche Performance hin optimiert worden ist oder die spezielle Hochverfügbarkeitsoptionen abzudecken hat. Auch in derartigen Fällen kann es möglich sein, dass man für die Backup-Prozesse keinen Zugriff auf Hypervisorebene erlauben kann.

In derartigen Fällen erweist es sich als ein Segen, wenn man sehr tief in das Gastbetriebssystem und in die Anwendungsebene in einer VM eingreifen kann. Denn in diesen Fällen kann der Administrator vorgeben, welche Dateien, Verzeichnisse oder Applikationsdaten gesichert werden sollen und mit welcher Priorität/Reihenfolge das passieren soll. Damit lässt sich unter Umständen der Speicherbedarf reduzieren. Vor allem bei kritischen Datenbanken lassen sich in einer derartigen Konstellation auch enge Vorgaben in Bezug auf RPOs (Recovery Point Objectives) einhalten.

Bild 2. Das Prinzip der „Deep Virtual Protection“, Quelle: Unitrends

Speziell für Administratoren im Umfeld der Virtualisierungsplattform Hyper-V gibt es nun die Möglichkeit, die „Deep Virtual Protection“ einzusetzen. Mit der Version 8.0 der Unitrends Enterprise Backup (UEB) stehen nun neue Sicherungs- und Wiederherstellungsfunktionen für Hyper-V-Umgebungen zur Verfügung. Damit baut Unitrends seine Palette an Software- und Hardware-Appliances im Bereich des Virtualisierungs-Managements weiter aus.

Durch eine enge Integration der Virtualisierungslösungen auf Gast- und Hypervisor-Ebene über die Technologie „Deep Virtual Protection“ können mithilfe der virtuellen und physischen Unitrends-Appliances virtuelle Hyper-V-Maschinen (VMs) in Minuten wiederhergestellt werden. Außerdem lässt sich dadurch Hyper-V für ein Failover physischer Windows-Maschinen nutzen. Zu den neuen Funktionen zählen:

Windows Instant Recovery für Hyper-V: Die Bridge-Technologie unterstützt die P2V-Transformation (physisch zu virtuell) mit nur einem Mausklick von einem Windows-Backup auf eine virtuelle Standby-Maschine, auf der Hyper-V ausgeführt wird. Damit sind Unternehmen in der Lage, ihre bereits existierende Hyper-V-Infrastruktur, VMware-Infrastruktur und/oder Appliances der Recovery-Series zu nutzen, um physische Systeme und VMs nach einem Failover oder einer geplanten P2V- oder V2V-Migration in Minuten zu laden.

Hyper-V Instant Recovery Spin-up: Durch einfaches Starten der VM direkt aus UEB oder dem Backup-Massenspeicher der Recovery-Series lassen sich Zeitvorgaben für die Wiederherstellung von Stunden auf Minuten verkürzen. Es besteht zudem die Möglichkeit, die VM auf einem anderen Hyper-V-Host oder aus einem replizierten externen Backup wiederherstellen.

Erweiterte Sicherung für Hyper-V SMB 3.0: Mit Hyper-V Server 2012 und höher können Unternehmen VMs aus SMB 3.0-Freigaben ausführen. Mit UEB 8.0 werden diese VMs auf Hypervisor-Ebene gesichert. Dadurch müssen keine Agents auf jeder einzelnen VM verwaltet werden. Somit reduzieren sich die Komplexität und die Betriebskosten.

Bild 2. Das Prinzip der „Deep Virtual Protection“, Quelle: Unitrends

Physikalische Sicherung für große Umgebungen

Die Integration für NAS-Speicher von EMC und NetApp hat Unitrends bei UEB 8.0 verbessert. Neben dem Ausbau an Sicherungsfunktionen auf Dateiebene für NAS-Systeme bietet die virtuelle Appliance jetzt auch NDMP-Backup-Funktionen, wodurch Organisationen Leistung, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit durch die Integration dieser Speicheranbieter optimieren können.

IT-Administratoren, die den Datenbankserver SQL Server sichern müssen, profitieren mit der Version 8.0 von mehr Performance in SQL Server-Umgebungen sowie von einer effizienteren Speicherung durch die SQL-Datendeduplizierung. Zusätzlich können SQL-Datenbanken jetzt mit einem Bruchteil der Bandbreite als zuvor repliziert werden, da die Replikationsleistung erheblich gesteigert wurde. Unitrends hat darüber hinaus Verbesserungen an der Adaptive Deduplication-Technologie vorgenommen, wodurch mit Version 8.0 eine um 40 Prozent effizientere Speichernutzung ermöglicht wird.

In der Version 8.0 der Unitrends-Software wird außerdem eine Sicherung für die Betriebssysteme Mac 10.9 und HP-UX 11 unterstützt. Damit können kleinere, mittlere und große Unternehmen mit heterogenen Umgebungen die Interoperabilität und Skalierbarkeit auch für diese Betriebssysteme sicherstellen.

Unitrends Enterprise Backup 8.0 ist für die virtuelle Appliance und die physischen Appliances der Unitrends Recovery Series seit dem 1. Dezember 2014 über Unitrends-Fachhändler verfügbar. Die Preise pro Server-Lizenz beginnen bei netto 620.- EUR (inkl. 1 Jahr Platinum Support). Eine NDMP-Lizenz kostet pro NAS-Gerät netto 1.622.- EUR (inkl. 5 Jahre Platinum Support). Als Bestandteil des laufenden Unitrends NFR-Programms (Not For Resale) werden kostenlose Lizenzen von UEB 8.0 für Microsoft Most Valuable Professionals, Microsoft Certified Professionals, VMware vExperts, VMware Certified Professionals, VMware Certified Instructors und VMUG-Mitglieder zur Verfügung gestellt.

Rainer Huttenloher

Lesen Sie auch