Quantensicherheit: dynamische, kontextbasierte und souveräne Authentifizierung hilft
8. Juni 2026
Wir sind im Quantum-Zeitalter angekommen. Das belegt nicht nur die intensive öffentliche Diskussion über Passwortsicherheit, sondern auch die Tatsache, dass 80 Prozent aller Datenpannen, laut Verizon DBIR 2025 auf gestohlene oder schwache Passwörter zurückzuführen sind. Die Diskussion allein ist aber nicht genug. Unternehmen müssen handeln und ihre Systeme mit sicheren Zugangsmechanismen, wie Single-Sign-On, sowie einer proaktiven, quantenresistenten Sicherheitsarchitektur ausrüsten.
Wenn im Quantum-Zeitalter Cyberkriminelle in der Lage sind, auch gute Passwörter zu knacken, wird die Anzahl erfolgreicher Angriffe exponentiell steigen. Gartner prognostiziert, dass bis 2027 rund 75 Prozent der Unternehmen mindestens einen Angriff erleben werden, der auf Passwort-Exploits basiert – und das bevor Quantencomputer flächendeckend einsatzfähig sind.
Solange Unternehmen bei ihren Zugängen – sowohl intern als auch extern – nicht die nötigen Prozesse einführen, um dieser realen Gefahr zu begegnen, ist es schon heute zu spät. Es führt kein Weg daran vorbei, die Zugangsprozesse und Systeme quantensicher zu gestalten. Das BSI bestätigt: Zugangslösungen, die auf der Sicherheit von Passkeys aufbauen, schützen die Zugänge und die Daten. Mit SSO-Lösungen auf Passkey-Basis ist kein Phishing möglich, keine gefährliche Mehrfachverwendung von Passwörtern, und sie sind einfach und sicher in der Handhabung.
Allerdings darf Identitätsmanagement niemals statisch sein. Entscheidend sind eine dynamische, kontextbasierte Authentifizierung und kontinuierliche Überprüfung von Berechtigungen. Dezentrale Identitätslösungen, beispielsweise auf Basis von Self-Sovereign Identity (SSI), minimieren Angriffsflächen zusätzlich, indem sie die Abhängigkeit von zentralen Datenbanken reduzieren.
Am besten sind alle Sicherheitslösungen überprüfbar und schon heute zum Beispiel durch den Einsatz von Open Source für die Zukunft gerüstet. Hier sollte das Augenmerk auch auf Krypto-Agilität liegen, sodass in Zukunft bei Bedarf quantencomputerresistente Krypto-Algorithmen problemlos eingesetzt werden können. Die Technologie ist da und sogar digital souverän unabhängig von den internationalen Tech-Giganten. Jetzt sind Unternehmen und Organisationen am Zug und sollten handeln.
Elmar Eperiesi-Beck ist CEO bei Bare.ID