Europa.eu durch Cyber-Angriff gehackt

8. April 2026

Die bestätigte Datenpanne bei der Europäischen Kommission verdeutlicht das anhaltende Risiko in modernen Cloud-Umgebungen. Die Sicherheitsgrenze ist nicht länger die Infrastruktur, sondern die Identität und Zugriffskontrolle. Der genaue Eintrittspunkt wird noch untersucht.

Berichte zu dem Hack durch die Angreifergruppe Shinyhunters deuten darauf hin, dass der Vorfall auf unbefugten Zugriff auf eine Cloud-Umgebung zurückzuführen ist – wahrscheinlich durch kompromittierte Anmeldedaten oder Identitätsworkflows und nicht durch eine Schwachstelle in der zugrundeliegenden Infrastruktur. Dies bestätigt ein bekanntes Muster. Angreifer müssen Systeme nicht ausnutzen, wenn sie sich authentifizieren können. In großen, verteilten Umgebungen wie denen der Europäischen Kommission ist die Identität die primäre Kontrollebene.

Gruppen wie ShinyHunters haben in der Vergangenheit eher den Zugang anstatt der Ausnutzung von Schwachstellen priorisiert. Sie stützen sich auf gültige Anmeldedaten, Sitzungs-Token oder Social Engineering anstatt auf technische Einbruchsmethoden. Bei ähnlichen Angriffen erfolgt der initiale Kompromiss oft operativ, indem Support-Workflows, Zurücksetzungen von Anmeldedaten oder Multi-Faktor-Authentifizierungs-(MFA)-Freigaben manipuliert werden, um eine legitime Sitzung zu etablieren.

Von diesem Punkt an gleicht die Aktivität einer normalen Nutzung: SaaS-Plattformen werden aufgerufen, Daten exportiert oder Systeme innerhalb der bereits erteilten Berechtigungen abgefragt. Dies macht die Erkennung von Angriffen inhärent schwierig, da es möglicherweise keine klaren Verstöße gegen Richtlinien gibt, sondern nur subtile Verhaltensabweichungen über die Zeit. Es zeigt die Notwendigkeit, die Sicherheit über die Authentifizierung hinaus auf Post-Login-Aktivitäten, Sitzungskontrollen und Wiederherstellungsprozesse auszudehnen – Bereiche, die traditionell weniger Fokus auf die Sicherheit erhalten.

Jede Identität – einschließlich Gastbenutzer, Servicekonten und Drittanbieter-Integration – muss mit derselben Disziplin verwaltet werden wie privilegierte Benutzer. Die Durchsetzung des Prinzips der geringsten Berechtigung, die Einschränkung des Sitzungsumfangs und die kontinuierliche Überprüfung von Berechtigungen sind unerlässlich. Privileged Access Management (PAM) spielt eine entscheidende Rolle bei der Durchsetzung dieser Kontrollen und verringert sowohl den potenziellen Schaden einer Datenpanne als auch das Risiko eines langfristigen, schwer erkennbaren Kompromisses.

Darren Guccione ist CEO und Mitbegründer von Keeper Security.

Keeper Security

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