Cybersecurity im Februar 2026: Elf Prozent mehr Angriffe auf deutsche Unternehmen

13. März 2026

Hierzulande sind Firmen im Schnitt wöchentlich 1345 Cyber-Angriffen ausgesetzt, im europäischen Raum sind es sogar 1764. Auch Österreich verzeichnete einen Anstieg von acht Prozent. In der Schweiz dagegen gingen Angriffe um sieben Prozent zurück, verharren jedoch auf einem vergleichbar hohen Niveau.

Weltweit sahen sich Unternehmen im Monat Februar des Jahres 2026 durchschnittlich 2086 Cyber-Angriffen pro Woche ausgesetzt. Das zeigen die Zahlen von Check Point Research (CPR), der Sicherheitsforschungsabteilung von Check Point Software Technologies Ltd. (NASDAQ: CHKP), einem Pionier und weltweit führenden Anbieter von Cyber-Sicherheitslösungen.

In Deutschland und Österreich stieg das Volumen weiter an und folgt damit dem Trend der Vormonate: Hierzulande waren es 1345 Attacken (plus elf Prozent), in Österreich sogar 1785 und damit um acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In der Schweiz gingen wie im letzten Monat die Zahlen zurück, und zwar um sieben Prozent auf 1166 Angriffe. Die Zahlen blieben zwar konstant, bedeuten jedoch für Unternehmen und Sicherheitsverantwortliche anhaltenden Druck unter kontinuierlich hohem Risiko für den Betrieb.

Cyber-Angriffe nach Regionen und Sektoren (global)

Der Bildungssektor war auch im Februar die am stärksten betroffene Branche und sah sich jede Woche durchschnittlich 4749 Cyber-Angriffen pro Organisation ausgesetzt, ein Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele Nutzer, ergo potenzielle Opfer, frei zugängliche Netzwerkumgebungen und begrenzte Sicherheitsressourcen machen Bildungseinrichtungen für Angreifer weiterhin sehr attraktiv.

An zweiter Stelle lag der Regierungssektor mit durchschnittlich 2714 Angriffen pro Woche, was einem Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Obwohl das Wachstum moderater ausfiel, bleiben Regierungsbehörden aufgrund ihrer wichtigen Dienstleistungen für die Bevölkerung und der entsprechend hochwertigen Daten ein ständiges Ziel.

Die Telekommunikationsbranche blieb mit durchschnittlich 2699 Angriffen der am dritthäufigsten angegriffene Sektor (plus sechs Prozent). Da die Abhängigkeit von digitaler Konnektivität, 5G-Infrastruktur und cloudbasierten Diensten weiter zunimmt, bleiben Telekommunikationsanbieter beliebt bei Hackern. Oft haben sie es dort auf groß angelegte Störungen oder Zugriff über Abhängigkeiten in der Lieferkette abgesehen.

Auch nach Regionen betrachtet, deutet alles auf einen dramatischen Aufwärtstrend hin: In Europa stiegen die Angriffszahlen mit 1764 um elf Prozent und in Nordamerika mit 1456 Angriffen um neun Prozent an. Im Vergleich zu anderen Regionen fallen diese Zahlen jedoch abermals gering aus.

Lateinamerika verzeichnete mit 3123 Zugriffsversuchen einen Anstieg von 20 Prozent gegenüber Februar 2026 und damit, wie im Vormonat, den weltweit stärksten Zuwachs im Jahresvergleich. Es folgte die APAC-Region mit 3040 Angriffen (plus drei Prozent) und Afrika mit 2993, womit Afrika als einzige Region einen Rückgang um sieben Prozent aufweist.

Der Dauertrend: Datenlecks durch GenAI

Die Nutzung von GenAI in Unternehmen war im Februar 2026 konstant hoch und führte weiterhin zu einem erheblichen Risiko der Datenpreisgabe in allen Organisationen. Zu den wichtigsten Erkenntnissen im Februar zählen:

  • Jede 31. GenAI-Prompts barg ein hohes Risiko der Preisgabe sensibler Daten.
  • 88 Prozent der Organisationen, die regelmäßig GenAI-Tools verwenden, waren von diesem Risiko betroffen.
  • Weitere 16 Prozent der Prompts enthielten potenziell sensible Informationen.
  • Unternehmen nutzten durchschnittlich elf verschiedene GenAI-Tools, was auf eine fragmentierte Einführung hindeutet.
  • Der durchschnittliche Unternehmensnutzer generierte 62 GenAI-Prompts pro Monat.

Obwohl das Gesamtvolumen der Prompts im Vergleich zum Januar leicht zurückgegangen ist, deutet die anhaltend hohe Zahl risikoreicher Interaktionen auf weiterhin bestehende Lücken in der Governance und Transparenz hin. Ohne zentralisierte Kontrollen und einheitliche Richtlinien sind Unternehmen weiterhin zahlreichen Risiken ausgesetzt: Passwortlecks, Offenlegung proprietärer Daten, unbeabsichtigte Weitergabe interner Dokumente und Gefahren für die Lieferkette.

Rückgang an Ransomware-Angriffen um 32 Prozent

Im Februar 2026 wurden weltweit 629 Ransomware-Angriffe (diese Erkenntnisse stammen von sogenannten Ransomware-Shame Sites, die von Erpressergruppen genutzt werden, um ihre Opfer öffentlich aufzulisten) gemeldet, was einem Rückgang von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Rückgang ist in erster Linie auf eine ungewöhnlich große Ransomware-Kampagne zurückzuführen, die von der Clop-Gruppe im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 durchgeführt wurde.

Ohne diese Kampagne bleiben die Ransomware-Aktivitäten im Jahresvergleich weitgehend unverändert, was Ransomware als anhaltende und strukturelle Bedrohung zementiert. Nordamerika erlitt 57 Prozent der gemeldeten Ransomware-Vorfälle, gefolgt von Europa und APAC mit jeweils 17 Prozent. Das zeigt, dass sich die Angreifer weiterhin auf Regionen mit dichter digitaler Infrastruktur und hoher potenzieller Ausbeute konzentrieren.

Die Analyse auf Länderebene zeigt eine starke Konzentration von Ransomware-Aktivitäten in Nordamerika. Die USA waren mit 51 Prozent aller gemeldeten Ransomware-Angriffe das am stärksten betroffene Land. Kanada folgte mit sechs Prozent, während Großbritannien mit 2,7 Prozent den dritten Platz belegte.

Betrachtet nach Branchen waren Unternehmensdienstleistungen mit 37 Prozent der bekannten Ransomware-Opfer am stärksten betroffen. Auf sie folgen Konsumgüter und Dienstleistungen (13 Prozent) sowie die industrielle Fertigung mit neun Prozent. Zusammen machten die drei führenden Branchen 59 Prozent der gemeldeten Vorfälle aus, was verdeutlicht, dass sich Angreifer auf Sektoren konzentrieren, in denen Ausfallzeiten und Datenlecks direkt zu finanziellen Einbußen und Reputationsschäden führen.

Aktivste Ransomware-Gruppen im Februar 2026

Trotz eines fragmentierten Ransomware-Ökosystems dominierte im Februar weiterhin eine kleine Anzahl von Gruppen die Aktivitäten. Qilin führte die weltweiten Ransomware-Aktivitäten an und war für 15 Prozent der veröffentlichten Angriffe verantwortlich. Clop machte 13 Prozent aus und beendete damit eine monatelange Kampagne, bei der Zero-Day-Schwachstellen in Oracle E-Business Suite ausgenutzt wurden.

The Gentlemen, verantwortlich für elf Prozent der Angriffe, verdoppelte die Zahl seiner Opfer im Vergleich zum Vormonat, was die rasche Ausweitung seiner Aktivitäten widerspiegelt. Diese Ransomware-Gruppe ist ein relativ neuer und technisch hochentwickelter Bedrohungsakteur, der erstmals im Jahr 2025 beobachtet wurde und doppelte Erpressungsangriffe durchführt, indem er in Netzwerke eindringt, sensible Daten exfiltriert und Systeme verschlüsselt, um Lösegeldzahlungen zu fordern. Bemerkenswert ist, dass im Februar 49 verschiedene Ransomware-Gruppen weltweit öffentlich Organisationen angegriffen haben, was die Breite und Widerstandsfähigkeit der Ransomware-Landschaft unterstreicht.

Thomas Boele ist Regional Director Sales Engineering CER / DACH bei Check Point Software Technologies.

Check Point Software Technologies

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